Die USA verkünden die zweite Phase des Trump-Friedensplans für Gaza und nennen Personalien. Auf Frieden warten die Menschen vor Ort nach wie vor.
Washington, D.C./Gaza – Der Gazastreifen gleicht einem Trümmerfeld. Kaum ein Stein steht noch auf dem anderen, lebensnotwendige Infrastruktur wie Krankenhäuser sind zu einem großen Teil beschädigt, wenn nicht gar zerstört. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Oktober 2025 einen umfassenden Friedensplan zur Beendigung des Krieges in Gaza vorgestellt: Teil eins umfasste die Freilassung aller Geiseln, den Rückzug der israelischen Armee hinter einer vereinbarten Linie und humanitäre Hilfe.
Nun soll der zweite Teil des Friedensplans in Angriff genommen werden. Hierzu hat Trump den ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair in ein Gremium berufen, das die Ziele im Gazastreifen umsetzen soll. Zu dem Gründungsvorstand (founding Executive Board) gehören nach Angaben des Weißen Hauses auch US-Außenminister Marco Rubio, Weltbank-Präsident Ajay Banga, der US-Geschäftsmann Marc Rowan, Trump-Berater Robert Gabriel sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der US-Sondergesandte Steve Witkoff. Sie sollen den Wiederaufbau im Gazastreifen steuern.
Trump setzt im Gazastreifen „Friedensrat“ ein
Das Ziel ist ein endgültiges Ende des Krieges, das auch die Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas vorsieht, was diese jedoch weiterhin ablehnt. Am Donnerstag (17. Januar) war eine neu gebildete Übergangsregierung aus 14 palästinensischen Technokraten, die keine Verbindung zur Hamas haben sollen, erstmals in Kairo zusammengekommen. Der bulgarische frühere UN-Nahostgesandte Nikolaj Mladenow soll künftig als Vertreter des „Friedensrats“ die Umsetzung überwachen.
Er werde als Verbindungsmann zwischen dem „Friedensrat“ und der Technokratenregierung vor Ort fungieren, teilte das Weiße Haus mit. Zu ihrer Unterstützung werde ein weiterer Exekutivrat für den Gazastreifen eingerichtet, hieß es. Auch diesem Gremium gehört neben Witkoff, Kushner und Mladenow Blair an. Unter dem Ex-Premier hatten britische Truppen an der Seite der USA an den Kriegen in Afghanistan und im Irak teilgenommen. Insbesondere der Irak-Einsatz sorgte damals innenpolitisch für große Kritik.
Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel. Beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Die israelische Armee erklärte am Freitag, sie habe nach einem „krassen Verstoß“ der Gegenseite einen Angriff im Gazastreifen ausgeführt. Die Hamas machte wiederum Israel für den erneuten Bruch der Waffenruhe sowie für mindestens sieben weitere Tote verantwortlich. (Quellen: AFP, dpa) (ktho)