Trauer um passionierten Bergsteiger

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Franz Leckenwalters Markenzeichen war der schwarze Filzhut. © Repro os

Franz Leckenwalter aus Fürstenfeldbruck bestieg zahlreiche Berge und gründete mit 70 eine Wandergruppe. Jetzt ist er mit 85 Jahren gestorben.

Fürstenfeldbruck - Franz Leckenwalter wollte hoch hinaus. Wenn er einen Berg bestiegen hatte, auf dem Gipfel stand und das herrliche Panorama genoss, war er glücklich. Den Mont Blanc bezwang er ebenso wie den Kilimandscharo. Und selbst im hohen Alter zog es ihn regelmäßig in die Natur.

Mit 70 gründete der pensionierte Eisenbahner bei der AWO eine Wandergruppe für Senioren. Einmal im Monat trafen sich die „Wanderkröten“. Dann ging es auf zehn bis zwölf Kilometer lange Touren, doch zuerst wurde stets mit einem Schlückchen Sekt angestoßen. Dafür hatte jeder Teilnehmer seinen eigenen „Krötenbecher“, wie Anni Leckenwalter erzählt. Das Ehepaar überließ nichts dem Zufall, lief alle Touren vorher ab und suchte gute Gastwirtschaften für die anschließende Einkehr. Das kam gut an.

Im Laufe der Zeit wurde die Gruppe so groß, dass es schwierig war, sie unterwegs zusammenzuhalten. Doch Franz Leckenwalter wusste sich zu helfen. Er nahm das Angebot aus dem AWO-Programm, wandelte es in den Freundeskreis „Amperkröten“ um und begrenzte die Mitgliederzahl. Als der Mann mit dem charakteristischen schwarzen Filzhut Ende 2021 von der Brucker Bürgerstiftung als „Mensch der Tat“ ausgezeichnet wurde, hatte er bereits 135 Touren geleitet. Viele weitere folgten.

Lange war Franz Leckenwalter Übungsleiter beim Deutschen Alpenverein. 1992 wurde er Hütten-Referent der Wegscheidalm am Wilden Kaiser. Er hielt die Hütte in Schuss und kümmerte sich ums Feuerholz. Seine Frau putzte und wusch die Wäsche, die ihr Franz zuvor im Rucksack die 1000 Meter bis ins Tal getragen hatte.

In seiner Heimatstadt engagierte er sich bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft, sang in der Chorgemeinschaft und blieb ihr als Fördermitglied verbunden. „Er musste immer etwas tun“, sagt seine Witwe. Auch in die Welt der Computer und digitalen Medien fuchste der umtriebige Senior sich ein. Kürzlich ist das aktive, erfüllte Leben Franz Leckenwalters zu Ende gegangen. Er wurde 85 Jahre alt.