Salz ins kochende Wasser – diesen Fehler machen fast alle
Salz direkt ins kalte Wasser zu geben, soll sichtbare Schäden am Topfboden verursachen. Was ist dran an dem Mythos?
München – Es ist eine der häufigsten Handgriffe in deutschen Küchen: Salz ins Kochwasser geben. Ob für Nudeln, Kartoffeln oder Gemüse – das weiße Kristall gehört für die meisten Hobbyköche selbstverständlich dazu. Doch während die einen das Salz bereits ins kalte Wasser streuen, warten andere, bis das Wasser sprudelnd kocht. Was nach einer nebensächlichen Küchenphilosophie klingt, kann tatsächlich Auswirkungen auf Ihr Kochgeschirr haben.
Die Diskussion um den richtigen Zeitpunkt der Salzzugabe beschäftigt nicht nur Hobbyköche, sondern auch Experten. Während manche behaupten, gesalzenes Wasser koche schneller, warnen Hersteller von Edelstahlkochgeschirr vor möglichen Schäden durch falsches Timing. Zeit, mit den Mythen aufzuräumen und die Fakten auf den Tisch zu bringen.
Edelstahl ist robust – aber nicht unverwundbar
Edelstahltöpfe gelten als besonders langlebig und pflegeleicht. Sie rosten nicht und sind ein echter Allrounder in der modernen Küche. Dennoch haben auch sie ihre Schwachstellen, wie Chip.de berichtet. Tatsächlich kann es zu sichtbaren Schäden kommen, wenn Salz zu früh ins Wasser gegeben wird.
Der Grund dafür ist die sogenannte Lochfraß-Korrosion. Dabei entstehen winzige Löcher oder unschöne Flecken auf der Oberfläche des Edelstahls. Das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) erklärt dazu: „Hersteller von Kochgeschirr empfehlen, Salz nicht in das kalte Wasser zu geben. Darin löst es sich nämlich schlechter auf, sinkt und sammelt sich am Topfboden“. Die entstehenden hellen Flecken schaden dem Topf funktional zwar nicht, sehen aber unschön aus.
So schützen Sie Ihre Töpfe richtig
Die Lösung ist einfach: Warten Sie, bis das Wasser richtig kocht, bevor Sie Salz hinzufügen. Im kochenden Wasser löst sich das Salz sofort auf und verteilt sich gleichmäßig, ohne die Metalloberfläche anzugreifen. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) bestätigt: „Hersteller von Kochgeschirr aus Edelstahl empfehlen, Salz erst in kochendes Wasser zu geben“.
Durch diese simple Regel vermeiden Sie, dass sich Salzkristalle am Topfboden absetzen und dort punktuelle Korrosion auslösen können. Die sogenannte Passivschicht des Edelstahls bleibt intakt und schützt das Material vor Beschädigungen.
Der Energiespar-Mythos entkräftet
Ein weit verbreiteter Irrglaube besagt, dass Salz das Wasser schneller zum Kochen bringt. Das BZfE räumt mit diesem Mythos auf. So sei es aus Energiegründen egal, ob man Salz in kaltes oder siedendes Wasser gibt. Zwar erhöht Salz tatsächlich den Siedepunkt des Wassers, aber nur minimal. Bei der haushaltsüblichen Menge steigt die Kochtemperatur lediglich um ein bis zwei Grad Celsius.
Weitere Tipps für langlebige Edelstahltöpfe
Neben dem richtigen Timing beim Salzen gibt es weitere Maßnahmen, um Edelstahlkochgeschirr zu schonen:
- Sofort abtrocknen: Auch rostfreier Edelstahl kann Wasserflecken bekommen, besonders bei hartem Wasser. Verwenden Sie nach der Reinigung ein weiches Geschirrtuch.
- Abkühlen lassen: Starke Temperaturschwankungen können Töpfe verziehen. Gießen Sie niemals kaltes Wasser in einen heißen Topf, sondern lassen Sie ihn erst abkühlen.
- Richtige Reinigung: Vermeiden Sie aggressive Scheuermittel, die die Oberfläche verkratzen könnten. Warmes Seifenwasser reicht meist aus.
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Das Fazit ist eindeutig: Auch wenn der Zeitpunkt des Salzens keinen Einfluss auf die Kochzeit hat, lohnt es sich, das Salz erst ins kochende Wasser zu geben. Ihre Töpfe werden es Ihnen mit einer makellosen Oberfläche danken. (Quellen: Focus.de, Chip.de, Bundeszentrum für Ernährung, eigene Recherche) (str)
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