„Harmloser Streich”: Flugzeug muss in Barcelona wegen Bombendrohung notlanden
Ein Passagier hatte in seinem WLAN-Namen das Explodieren einer Bombe angekündigt. Behörden fanden keine Explosivstoffe an Bord.
Barcelona – Der Flughafen El Prat in Barcelona nahm am Montagabend den regulären Betrieb wieder auf, nachdem Bombenentschärfungsteams den Turkish-Airlines-Flug TK1853 durchsucht und keine Sprengstoffe gefunden hatten. Dies teilten Zivilschutzbeamte laut 20 Minutos mit. Die Behörden hoben die Alarmstufe auf und leiteten eine Untersuchung ein, um zu ermitteln, wer die falsche Bombendrohung ausgesprochen hatte.
Verdächtiges WLAN-Netzwerk
Am selben Morgen war der Airbus A321 mit 148 Passagieren und sieben Besatzungsmitgliedern an Bord auf dem Weg von Istanbul nach Barcelona nach El Prat umgeleitet worden. Grund dafür war ein Reisender, der ein WLAN-Netzwerk mit dem Namen „a bomb will explode at 9:30“ („Um 9:30 Uhr wird eine Bombe explodieren“) entdeckt und das Kabinenpersonal informiert hatte. Gegen 10:00 Uhr gab das Cockpit, während sich das Flugzeug über Italien befand, einen Mayday-Ruf ab. Nach einer Risikobewertung und Rücksprache mit den Fluglotsen wurde dieser auf Pan Pan herabgestuft. Spanische und französische Kampfflugzeuge eskortierten das Flugzeug nach Barcelona, wo es nach einem Kreisen zur Treibstoffreduzierung um 10:57 Uhr landete.
Strafverfahren gegen Passagier eingeleitet
Das Bodenpersonal leitete das Flugzeug zu einem abgelegenen Standplatz. Die katalanische Regierung aktivierte den Aerocat-Notfallplan, während Einheiten der Guardia Civil, der Mossos d’Esquadra und der Policía Nacional das Flugzeug umstellten. Bombentechniker der Tedax stiegen in Begleitung von Spürhunden an Bord. Die Passagiere verließen das Flugzeug nacheinander und unterzogen sich einer Identitätskontrolle sowie einer Gepäckinspektion.
Die Ermittler leiteten ein Strafverfahren gegen den Passagier ein, der im Verdacht steht, den bedrohlichen Netzwerknamen erstellt zu haben. Artikel 561 des spanischen Strafgesetzbuches sieht für die Vortäuschung einer Gefahr, die Einsatzkräfte mobilisiert, bis zu 18 Monate Haft und Geldstrafen vor. Zudem können die Fluggesellschaft und die Behörden zivilrechtliche Schadenersatzansprüche geltend machen. „Die Flugsicherheitsverfahren wurden sofort nach Feststellung der Bedrohung umgesetzt“, erklärte Yahya Üstün, Pressesprecher von Turkish Airlines, laut Karar. Die Guardia Civil führt die Ermittlungen mit Unterstützung des Flughafenbetreibers Aena und der katalanischen Polizei.
„Harmloser Streich“
Am Nachmittag meldete Aena, dass Start- und Landebahnen sowie Terminals planmäßig in Betrieb waren und keine weiteren Flüge verspätet waren. Die Sicherheitskräfte gaben die Identität des Verdächtigen nicht bekannt, erklärten jedoch laut der Nachrichtenagentur EFE, dass es sich offenbar um einen „harmlosen Streich“ handelte. Die Überprüfung der digitalen Geräte und die Befragung der Passagiere wurden fortgesetzt, während die 148 Reisenden in Barcelona die Einreiseformalitäten erledigten. (Redaktion)