Nach dem Anzug-Skandal im Skispringen um zwei norwegische Top-Athleten hat die FIS drei Funktionäre für längere Zeiträume gesperrt.
München – Im vergangenen Winter erschütterte der Skisprung-Skandal um die norwegischen Springer Johann Andre Forfang und Marius Lindvik den Wintersport. Bei der Weltmeisterschaft hatten die Norweger ihre Anzüge manipuliert und waren dafür später monatelang gesperrt worden. Jetzt hat der Weltverband FIS auch drei weitere Akteure gesperrt, denen eine tragende Rolle im Anzugskandal vorgeworfen wird.
Das durchaus prominente Trio besteht aus Norwegens Cheftrainer Magnus Brevik, Co-Trainer Thomas Lobben und Adrian Livelten. Die Ethikkommission der FIS verhängt für alle drei jeweils Sperren von 18 Monaten. Diese gelten offiziell ab dem 8. Januar dieses Jahres. Weil es allerdings schon am 12. März 2025 zu Suspendierungen der Protagonisten kam, wird dieser bereits abgesessene Zeitraum von der Strafe abgezogen.
Nach Anzug-Skandal im Skispringen: FIS sperrt drei norwegische Funktionäre
Darüber hinaus verdonnerte die FIS Brevik, Lobben und Livelten zu Geldstrafen in Höhe von etwa 5.400 Euro. „Wir empfinden die Reaktion als unverhältnismäßig streng im Vergleich zu früherer Praxis in ähnlichen Fällen und haben Schwierigkeiten zu verstehen, warum wir anders behandelt werden als andere in vergleichbaren Situationen“, bezog das Trio gegenüber dem norwegischen Rundfunk NRK Stellung.
Die beiden Springer Forfang und Lindvik waren nur zu jeweils dreimonatigen Sperren verurteilt worden, die mittlerweile bereits abgesessen sind. Beide Athleten sind in der laufenden Saison wieder mit dabei. Das norwegische Team hatte als Reaktion auf den erschütternden Skandal weite Teile seines Trainer- und Betreuerstabs ausgetauscht.
Bei der Weltmeisterschaft Ende Februar und Anfang März 2025 war der Eklat ausgebrochen, nachdem das norwegische Team dabei gefilmt worden war, die Skisprunganzüge von Forfang und Lindvik mit einer unerlaubten Naht zu manipulieren, die für mehr Stabilität im Sprung sorgen sollte. Die Bilder wurden anonym aufgenommen und veröffentlicht. (mbo)