Das alte Krankenhaus in Iffeldorf wird komplett saniert. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Entstehen könnten in dem denkmalgeschützten Haus bis zu neun Mietwohnungen. Ziel ist, sie bis Frühjahr 2028 fertigzustellen.
Iffeldorf - Vier Varianten hat die Gemeinde Iffeldorf für das 150 Jahre alte Gebäude an der Alpenstraße untersuchen lassen. Zum einen war dies die Komplettsanierung des Hauptgebäudes und der beiden Seitenflügel, für die der Gemeinderat am Mittwochabend stimmte. Zum anderen waren es drei Varianten, bei denen nur das Haupthaus erhalten und saniert worden wäre. Die Seitenflügel sollten entweder ersatzlos abgerissen oder durch einen neuen Seitenflügel, wahlweise zweistöckig, ersetzt werden.
Man habe auch diese Varianten diskutiert, so Bürgermeister Hans Lang (SPD), obwohl das Landesdenkmalamt klar erklärt habe, dass nichts abgerissen werden dürfe, es sei denn, die Machbarkeitsstudie hätte ergeben, dass etwas nicht sanierungsfähig ist. Laut Studie sei aber alles sanierbar. Sollten jedoch Umstände auftauchen, die eine Sanierung zum „finanziellen Wagnis“ machen, kann mit der Regierung von Oberbayern und dem Denkmalamt noch einmal über einen Teilabbruch gesprochen werden.
Die Komplettsanierung beschloss der Gemeinderat, der sich bereits zuvor darauf geeinigt hatte, am Mittwoch ohne weitere Diskussion. Im Erdgeschoss, hieß es, könnten vier Wohnungen entstehen, im Obergeschoss drei Wohnungen und im Speicher zwei Wohnungen. Genannt wurden Größen zwischen 40 und 90 Quadratmetern. Die Wohnbau Weilheim, die zwei Nachbargrundstücke von der Gemeinde in Erbpacht hat, wäre zudem zu einem gemeinsamen Energiekonzept in Form einer Dorfheizung bereit und würde Stellflächen zur Verfügung stellen, sagte der Bürgermeister.
Für Planung (beauftragt wurde das Murnauer Architekturbüro Kottermair Rebholz) und Sanierung rechnet Lang mit zwei Jahren. Die Arbeiten werden demnach frühestens Ende 2026 beginnen. Ziel sei eine Fertigstellung spätestens im Frühjahr 2028, sagte er auf Nachfrage der Heimatzeitung.
Gerechnet wird ihm zufolge mit vier bis fünf Millionen Euro Kosten, ein Bereich, in dem sich auch die anderen drei Varianten bewegt hätten. Ein genauerer Betrag werde bis Spätsommer ermittelt. Die Gemeinde geht zugleich von einer hohen Fördersumme aus. Aus dem Landesprogramm „Leerstand nutzen, Wohnraum schaffen“ wären es 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Als Alternative mit ebenfalls 80 Prozent gibt es das Förderprogramm „Innen statt außen“, das unabhängig von der Wohnnutzung ist. Die Gemeinde sei so flexibler, falls das Haus nicht allein für Wohnungen genutzt werden sollte.
Die Wohnnutzung soll aber in jedem Fall der Hauptfaktor bleiben, so Lang. In dem Gebäude, sagte er, sollen günstige Mietwohnungen für Menschen entstehen, die die Gemeinde für ihre Infrastruktur braucht und die in Iffeldorf wohnen wollen.
Seit August 2024 unter Denkmalschutz
Das Denkmalamt hat das Gebäude, das bis 1925 als Krankenhaus und seither zu Wohnzwecken diente, im August 2024 unter Denkmalschutz gestellt. Bis dahin favorisierte die Gemeinde einen Abriss und Neubau. Lang hat sich mit der Sanierung aber längst angefreundet, zum einen wegen der Förderung. Ein Neubau, der mehr gekostet hätte, wäre nur mit 45 Prozent gefordert worden, wobei der entsprechende Fördertopf wegen der vielen Anträge derzeit ohnehin leer ist. Zum anderen sei eine Sanierung für die Nachbarn deutlich schonender als Abriss und Neubau.