„Kein Zuckerschlecken“: Die Bayern-Stimmen zum Rekord-Sieg in Köln

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Mit einem 3:1-Sieg im schwierigen Bundesliga-Auswärtsspiel in Köln rundet der FC Bayern eine Rekord-Hinserie ab. Trainer und Spieler zeigen sich nach der Partie zufrieden.

Köln – Viel wurde vor dem Spiel darüber gesprochen, die Bayern haben es tatsächlich geschafft: Mit einem 3:1-Auswärtssieg in Köln-Müngersdorf hat die Mannschaft von Vincent Kompany einen beeindruckenden Hinrunden-Rekord aufgestellt. Der Rekordmeister geht als sog. „Herbstmeister“ mit 47 Punkten (15 Siege, 2 Unentschieden) und fantastischen 66:13 Toren in die bereits am Wochenende beginnende Rückrunde.

Bayern-Torjubel in Köln.
Bayern-Torjubel in Köln. © IMAGO/Jürgen Schwarz

Dabei war der „Effzeh“ der erwartet unangenehme Gegner, auch weil die Münchner in der ersten Halbzeit über weite Phasen etwas unkonzentriert auftraten. Wie beim Kölner Führungstreffer durch Linton Maina: Serge Gnabry verlor am gegnerischen Strafraum leichtfertig den Ball, die Geißböcke schalteten gegen eine entblößte Münchner Hintermannschaft blitzschnell in den Konter-Modus, so dass der Torschütze am Ende ungehindert abziehen konnte – auch Manuel Neuer sah letztendlich dabei nicht ganz glücklich aus. Das Tor fiel in der 41. Minute, gespielt waren zu dem Zeitpunkt aber wegen des Kölner Pyro-Nebels knapp zehn Minuten weniger.

Der Rekordmeister dreht den 0:1-Rückstand auf beeindruckende Weise

Kurz vor der Halbzeit (45. +5) machte Gnabry seinen Lapsus mit einem Weltklassetor aber mehr als wett: Mit einer perfekten Ballannahme in Bedrängnis nahm er einen Querpass von Michael Olise mit und überlistete dann den Kölner Keeper Marvin Schwäbe aus sehr spitzem Winkel mit einer ganz speziellen Schusstechnik, einer Art „Aufsetzer-Bogenlampe“.

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Nach der Halbzeit gestaltete der Rekordmeister die Partie souverän und überlegen gegen allerdings nie aufgebende Domstädter. Die geduldige Spielweise wurde in der 71. Minute belohnt: Nach einer einstudierten Eckball-Variante über viele Stationen drückte Minjae Kim den Ball aus kurzer Distanz per Kopf über die Linie. Eine knappe Viertelstunde später schloss der für Gnabry eingewechselte Lennart Karl einen Konter nach toller Vorarbeit von Luis Díaz überlegt zum Endstand von 3:1 ab (84.). Sorgen bereitete dem FCB in den Schlussminuten nur noch der vom Feld humpelnde Konrad Laimer.

Die Stimmen der Bayern zum „Rekord-Sieg“

Chefcoach Vincent Kompany

„Köln war voller Energie, unangenehm von Anfang bis zum Ende. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Jungs. Wir haben Chancen kreiert aus anderen Situation, als wir es gewöhnt sind. Es ist mir sehr wichtig, dass wir auch aus dem Verteidigen heraus gefährlich werden können.

Es ist ein innerlicher Konflikt mit meiner Mentalität, dass wir inmitten der Saison einen Rekord bejubeln. Das ist noch kein Titel. Aber es ist der Verdienst der Spieler. Wir nehmen den Rekord mit, ich gratuliere den Jungs. Aber morgen beginnt die Rückrunde, dann geht es wieder bei Null los. Die Hinrunde ist vorbei und jetzt wollen wir die Rückrunde gewinnen.

Konny Laimer hat etwas in der Wade gespürt, da werden wir morgen mehr wissen. Wir haben ein Team, das Standards vorbereitet. Wie jede Mannschaft versuchen wir, auch aus Standards gefährlich zu werden.“

Kapitän Manuel Neuer

„Im Januar, auswärts in Köln – das ist kein Zuckerschlecken. Wenn du dann auch noch 1:0 zurückliegst, musst du dich reinbeißen, reinkämpfen. Wir haben uns das hier verdient. Irgendwann sind die Lücken aufgegangen, wir haben die Chancen bekommen und sie genutzt. Wir haben ein gewisses Selbstvertrauen und unseren Plan, wie wir spielen wollen. Wir glauben an uns, das ist das Wichtigste. Am Samstag wird es ein schwieriges Spiel in Leipzig. Wir werden alles geben müssen, um erfolgreich zu sein.“

Serge Gnabry, Torschütze zum 1:1

„Es fühlt sich sehr gut an. Der Trainer hat uns gerade gesagt, dass wir den Hinrunden-Rekord geschafft haben. Das fühlt sich natürlich umso besser an. Es war ein ganz wichtiger Sieg bei einem schwierigen Gegner. Überrascht waren wir nicht, wir haben ja schon im Pokal hier gespielt. Das Spiel war sehr ähnlich.

Köln hat versucht, viel Rotation reinzubringen, uns aus den Positionen zu bringen. Sie gehen dann in Führung, dann kommt hier die Atmosphäre dazu. Wir wussten aber, wenn wir geduldig bleiben und unser Spiel spielen, gehen die Räume irgendwann auf. Dann haben wir verdient gewonnen. Im Moment schaffen wir es, auch bei Setbacks wieder ins Spiel zu finden, unserem Spiel treu zu bleiben.“

Leon Goretzka

„Wir waren selbst dafür verantwortlich, dass es in der ersten Halbzeit nicht so gut lief. Wir haben da sehr unsauber gespielt. Die Räume waren auch in der ersten Halbzeit schon da. Wenn wir das besser ausspielen, haben wir auch da schon viele gute Chancen. Wie wir es spielerisch schön gegen Wolfsburg gemacht haben, so haben wir es heute kämpferisch schön gemacht. Diese Siege tun auch richtig gut.“

Jonathan Tah

„Die Kölner haben es gut gemacht, auch schon im Pokalspiel. Wir haben uns den Sieg hart erarbeitet. Es war klar, dass es kein einfaches Spiel wird. Wir hatten auch in der ersten Halbzeit schon die eine oder andere Möglichkeit. Mit dem Ball waren wir in der zweiten Hälfte vielleicht ein bisschen sauberer, haben uns dadurch noch mehr Chancen erarbeitet, was dann dazu geführt hat, dass es irgendwann aufgegangen ist.“