Der Erdinger Eishockey-Profi wurde für die Winterspiele in Mailand nominiert. In Bakersfield sammelte er 27 Punkte in 34 Spielen.
Erding/Bakersfield – Es ist wohl der große Traum eines jeden Sportlers, der Erdinger Eishockey-Profi Joshua Samanski hat ihn sich verwirklicht: Er wurde in den Kader der deutschen Nationalmannschaft für die im Februar anstehenden olympischen Winterspiele in Mailand berufen. „Ich habe mich natürlich sehr gefreut. Man hofft immer auf so einen Anruf, und er bestätigt, dass ich über die Saison hinweg vieles richtig gemacht habe“, sagt der 23-Jährige der Heimatzeitung.
In bestechender Form nach Mailand
Nach seinem Wechsel aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) von den Straubing Tigers zum NHL-Top-Club Edmonton Oilers machte Samanski erst einmal die Vorbereitung beim Team des deutschen Superstars Leon Draisaitl mit, ehe er zum Farmteam, den Bakersfield Condors, in die American Hockey League (AHL), geschickt wurde. Seine 27 Punkte in 34 Einsätzen dort können sich sehen lassen.
Die NHL pausiert für Olympia. So sind in diesem Jahr die besten Spieler der Welt am Start. „Olympia ist auf jeden Fall ein Traum. Jedes Mal, wenn man sein Land vertreten darf, ist das etwas Besonderes. Und da Olympia nur alle vier Jahre stattfindet, macht es das noch einmal cooler. Vor allem mit den Spielern, die in diesem Jahr dabei sind“, schwärmt der gebürtige Erdinger.
Den größten Erfolg in der Geschichte des deutschen Eishockeys feierte Deutschland beim Gewinn der Silbermedaille bei den Spielen vor acht Jahren in Pyeongchang. Was ist mit der Mannschaft in Mailand drin? „Wir haben auf jeden Fall eine coole Truppe mit sehr guten Spielern und es wird viel Spaß machen.“
Seine Rolle im Farmteam im kalifornischen Bakersfield hat Samanski gut angenommen. Dort gehe es ihm gut, auch wenn der Terminplan mit vielen Spielen sehr straff sei. „Aber deswegen spielt man Eishockey. Ich möchte mich verbessern und ich glaube, das klappt zurzeit ziemlich gut.“ Das ist auch den Oilers nicht entgangen, von denen er positive Rückmeldungen bekomme. „Ich möchte mich für die nächste Station empfehlen. Man hat immer eine Chance, hochgezogen zu werden, und ich möchte es ihnen so schwer wie möglich machen.“
Der Traum, bald in der besten Eishockeyliga der Welt zu debütieren, lebt. Einen Wechsel zu einem anderen Club schließe er daher aus. „Anders wäre es, wäre ich schon fünf Jahre in der Organisation und hätte keine Aussicht. Aber ich bin noch nicht so lang dabei, finde mein Spiel in der AHL und versuche mich zu empfehlen“, sagt der Sohn von John Samanski. „Und Olympia ist ein guter Ort, um sich zu präsentieren“, fügt er an.
Zwar legte die AHL an den Weihnachtsfeiertagen eine kleine Pause ein, Familienbesuch aus Erding gab es in Kalifornien aber nicht. „Ich fand das ganz okay, wie die Feiertage abgelaufen sind. Die haben ja auch viel zu tun. Ich bin ja einer von sieben. Deswegen habe ich noch genügend Geschwister, die daheim sind. Da brauchen sich meine Eltern nicht auf die Reise zu machen“, sagt ein schmunzelnder Samanski.
In der AHL habe er auch Kontakt zu anderen deutschen Spielern, wie etwa Lukas Reichel, gegen den er erst in der vergangenen Woche beim Spiel gegen Abbotsford gewonnen hat und sogar ein Tor beisteuerte.
Reger Austausch mit NHL-Superstar
Und auch, wenn Samanski erst einmal in Edmonton nicht zum Zug gekommen ist, gibt es einen regelmäßigen Austausch mit Draisaitl, der kürzlich seinen 1000. Punkt in der NHL verbuchte. „Natürlich bekomme ich immer wieder Tipps von ihm. Oder wir quatschen auch einfach nur übers Leben miteinander. Das bedeutet mir viel, mit Leon Draisaitl einen in der Organisation zu haben, damit ich da auch mit jemandem reden kann.“
An der Seite des Superstars kann er bald bei Olympia für Deutschland auf Torejagd gehen. Am 12. Februar geht es los, dann startet Samanski mit Deutschland gegen Dänemark ins Turnier.