Es weht ein eisiger Wind durch Frankfurt. Die Eintracht steckt in einer äußerst heiklen Phase. Ex-Boss Heribert Bruchhagen schaltet sich jetzt in die Krisen-Debatte ein.
Frankfurt – Das Jahr 2026 hat gerade erst begonnen, doch bei Eintracht Frankfurt wollen die Fans schon jetzt gar nicht mehr hinschauen. Gegen den VfB Stuttgart verlor die SGE mit 2:3, obendrein verletzte sich Stürmer Younes Ebnoutalib. Für zusätzlichen Ärger sorgt der Patzer von Torhüter Kaua Santos. Guter Rat ist teuer. Auch Heribert Bruchhagen lässt die Krise der Adler nicht kalt.
Im Interview mit dem Hessischen Rundfunk sprach der 77-Jährige über die Lage seines Ex-Vereins. Er unterstreicht: Platz sieben in der Bundesliga, das muss als „Riesen-Erfolg“ betrachtet werden. 2024/25 beendete die Eintracht die Saison auf einem grandiosen dritten Rang, auch in der jetzigen Saison möchte sie wieder die Champions-League-Plätze anvisieren.
Ex-Eintracht-Boss Bruchhagen warnt vor überzogenen Erwartungen
Das große Problem der Frankfurter ist die Defensive, die nach 17 Spielen bereits bei 36 Gegentoren steht. Die starke Angriffsreihe kann das Defizit in der Hintermannschaft nicht mehr kompensieren. Alle, die es mit der SGE halten, müssten überzogene Erwartungen zurückfahren. Zuletzt kritisierte er auch die Fans der Adler.
Zufrieden war auch Bruchhagen in den letzten Wochen nicht, dramatisieren will der ehemalige Funktionär die Geschehnisse aber auch nicht. Der Grund: In den vergangenen Jahren liefen viele Dinge so perfekt, dass diese nicht als Dauerzustand angesehen werden dürfen. Erfolg könne schnell als Selbstverständlichkeit angesehen werden, warnt der Ex-Vorstandsboss der Eintracht.
Die falsche Erwartungshaltung, so Bruchhagen weiter, könne unnötigen Druck erzeugen. Die Folge wäre, „dass sie möglicherweise nicht mehr souverän Entscheidungen treffen“. Besonders für Eintracht Frankfurt ein Risiko, denn: Die aufgebaute Stabilität der letzten Jahre könnte in Mitleidenschaft gezogen werden. Bruchhagen also warnt eindringlich: Die aktuelle Situation darf keinesfalls zu einer schweren Krise aufgebauscht werden. (is)