Der SV Werder Bremen will am Freitagabend (20.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) gegen Eintracht Frankfurt die Trendwende schaffen. Der Vorbericht zum Spiel.
Bremen – Zuletzt war es ein wenig ungemütlicher am Osterdeich geworden. Nach seltenen Erfolgserlebnissen und Defiziten im Offensivspiel sackte die Stimmung doch merklich nach unten. Viele Fans hadern mit den Entwicklungen beim SV Werder Bremen, auch intern herrscht verständlicherweise kein Zustand vollständiger Zufriedenheit. „Dass eine Stimmung nach sechs Spielen ohne Sieg nicht nach Hurra schreit, ist klar“, gab auch Trainer Horst Steffen zu. An seiner Grundhaltung ändert die zuletzt auch öffentlich angewachsene Kritik aber nichts. Angesprochen auf mögliche atmosphärische Störungen innerhalb der Kabine, über die zuletzt auch in der DeichStube geschrieben wurde, sagte der 56-Jährige in seiner für ihn typischen Manier: „Das, was an Berichten da war, dem darf ich widersprechen.“ Und damit hatte es sich weitgehend. Schärfer wurde der Ton seinerseits nicht, stattdessen behielt er im Vorfeld des Heimspiels gegen Eintracht Frankfurt (Freitag, 20.30 Uhr im DeichStube-Live-Ticker) sein Lächeln auf den Lippen, schilderte in ruhigem Ton seine Sicht der Dinge auf den aktuellen Kurs des SV Werder.
Horst Steffen spürt Vertrauen: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt im Liveticker
„Ich sehe die Mannschaft jeden Tag und habe das Gefühl, dass die Stimmung in der Kabine und auf dem Trainingsplatz gut ist“, meinte der Chefcoach des SV Werder Bremen vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt (live im TV und Livestream). „Ich tausche mich mit den Jungs aus, wir gehen da gemeinsam durch. Das ist die Botschaft, die hier rausgehen darf: dass wir es gemeinsam machen.“ Ein flammender Appell war das nicht, aber doch die Bemühung, zu zeigen, dass die Werder-Welt bei allen vorhandenen Schwierigkeiten nicht mehr ins Wanken geraten ist als nötig. Ob er das Vertrauen aus der Mannschaft für seine Arbeit und die des gesamten Trainerteams spüre, wurde der Rheinländer noch gefragt. Die prompte Antwort: „Ja.“ Auf Nachfrage konkretisierte er minimal: „Das ist ein klares Ja, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Ich bin dort voller Überzeugung.“
Dass aktuell nicht an jeder Ecke des Weserstadions sorgenlos gegrinst wird, liegt für den Rheinländer in der Natur der Sache. „Es wäre verrückt, wenn wir jetzt eine Stimmung hätten, die lustig und locker ist. Dann würden alle sagen: Haben sie es nicht verstanden, dass es jetzt zur Sache geht und wir drei Punkte brauchen?“ Für die Tabelle und für das Wohlbefinden bei Werder Bremen. „Wenn wir Ergebnisse erzielen, wird es wieder eine erfreuliche Stimmung geben“, ist Horst Steffen sicher. „Wir sind ärgerlich, dass wir so wenig Punkte geholt haben, aber wir haben auch die Zuversicht, dass wir es gegen Frankfurt umdrehen können.“
Gelingen gegen Eintracht Frankfurt endlich wieder Tore? Werder Bremen im Live-Ticker gegen Eintracht Frankfurt
Ein Mutmacher könnte der Blick auf das bisherige Torverhältnis der Hessen sein. Obwohl Eintracht Frankfurt Tabellensiebter ist, haben ligaweit lediglich zwei Mannschaften bislang mehr Gegentore kassiert. 36 Mal mussten Ex-Werder-Keeper Michael Zetterer sowie sein Konkurrent Kaua Santos insgesamt hinter sich greifen, seit drei Partien warten die Frankfurter zudem auf einen Sieg. Zwar tut sich Werder Bremen mit dem Toreschießen aktuell besonders schwer, doch womöglich bieten genau diese Voraussetzungen jetzt die Chance zur Trendwende. „Am liebsten darf die Rechnung so sein“, sagte auch Horst Steffen, ergänzte jedoch ebenfalls: „Das ist eine Mannschaft, die sehr gut ist. Sie haben gute Leute, treffen ganz ordentlich. Nichtsdestotrotz haben sie Themen, die wir gern ausnutzen wollen.“
Aber dafür braucht es Tore. Während der Trainingseinheiten werde immer wieder an den Abschlüssen gefeilt, versicherte Steffen – ebenso wie daran, den Ball überhaupt erst in die gefährliche Zone vor dem gegnerischen Tor zu befördern. „Wir haben eine Phase gehabt, in der wir ganz gut getroffen haben und effizient waren. Genau da wollen wir wieder hinkommen – und exakt dieses Gefühl vermittele ich den Jungs, dass wir das auch wieder schaffen“, erklärte der Mann an der Seitenlinie. Nachdem der eigentliche Jahresauftakt vor eigenem Publikum gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Wochenende eiskalt ausgefallen ist, zeigt sich Werder Bremen nun gegen Eintracht Frankfurt erstmals wieder dem eigenen Anhang. Und wie schon einige Tage zuvor hofft Horst Steffen auch jetzt darauf, dass auf den Rängen die passende Mischung aus Unterstützung und Geduld vorhanden ist. „In Phasen, in denen es nicht so gut läuft, ist ganz wichtig, dass wir zusammenstehen, eine Einheit darstellen und ein Wir-Gefühl transportieren“, betonte er. „Dazu gehören unsere Fans, das Team ist gefordert und der gesamte Verein darf zusammenhalten. Wir wollen dieses Selbstvertrauen und mutige Spiel wie gegen Dortmund wieder zeigen. Die Jungs können Fußballspielen, sie sind gute Bundesliga-Spieler. Und ich will sehen, dass wir das von der ersten Minute an aufs Feld bringen.“ (mbü)