Im Sommer soll sie stehen: Neubau der Rialtobrücke startet in diesem Jahr

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Ansehnliches Bauwerk: die neue Brücke nach dem Entwurf des beauftragten Architektenbüros aus Oberammergau. © Studio Meichelböck

Wunder geschehen immer wieder. Nach vielen Jahren der Diskussion wird in diesem Jahr die Oberammergauer Rialtobrücke neu gebaut. Die Gesamtkosten liegen nun bei 800 000 Euro.

Er war eines der Topthemen im letzten Wahlkampf in Oberammergau. Im aktuellen dürfte der Pürschlingsteg keine, maximal nurmehr eine mickrige Rolle spielen. Denn die Rialtobrücke, wie man im Volksmund sagt, wird neu gebaut. So viel steht fest. Zwar hat‘s im vergangenen Jahr nicht mehr geklappt, 2026 sollen die Arbeiten aber beginnen.

Im Zuge der Beratungen für den Haushalt 2025 war der Status Quo zur Sprache gekommen. Denn am 7. November hat die Gemeinde einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn von beiden Förderstellen beschieden bekommen. Das heißt, sie darf mit der Vergabe starten, ohne dass sich das förderschädlich auswirken könnte. Zum einen läuft das Ganze über die Städtebauförderung sowie über die Förderung für Brückenbauwerke in Bayern (BAYTGV). „Da sind wir jetzt auch reingefallen“, erklärte Bauamtsleiter Bernd Sedlmaier. Das bedeutet: Aus diesen beiden Töpfen fließt insgesamt ein Zuschuss, der sich zwischen 60 und 80 Prozent der förderfähigen Kosten bewegt. Die Kommune rechnet vorsichtig, lieber mit der geringsten Quote.

Ein Zweckbau genügte nicht

Ein Glücksfall, findet Bürgermeister Andreas Rödl (CSU). Schließlich hatte es früher immer geheißen, es gebe keine Möglichkeiten, Gelder abzugreifen. Sein Kontakt zu Alexander Dobrindt, damals noch CSU-Landesgruppenvorsitzender in Berlin, öffnete die Tür. Eine Wochenende nach dem Gespräch mit dem jetzigen Bundesinnenminister konnte er einen Termin mit der Regierung von Oberbayern für eine Ortsbegehung vereinbaren. Mit positivem Ausgang.

Alles in allem verschlingt der Neubau der Rialtobrücke 800 000 Euro. Mehr als ursprünglich angenommen. Einst lagen Schätzungen von 250 000 Euro vor. Dabei war die Gemeinde eigentlich darum bemüht, die Kosten gering zu halten. „Wir wollten die Brücke so einfach wie möglich gestalten“, betont der Rathauschef. So teilte man das auch der Städtebauförderung mit, doch die stellte gewisse Bedingungen, um Gelder freizugeben. Ein Zweckbau reicht nicht, ein städtebaulicher Mehrwert müsse geschaffen werden. Das inkludierte, dass im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung ein Architekturbüro einzuschalten war. Was am Ende mit dem einheimischen Studio Meichelböck erfolgte. „Es hat das beste und schönste Angebot gemacht.“

Wir haben uns jetzt zehn Jahre lang im Kreis gedreht.

Dass das Projekt nun teurer ausfällt als angepeilt, hat für Michael Fux (PWG) auch einen anderen Grund. Zu lange dokterte die Gemeinde bereits in der Causa Rialtobrücke herum. „Wir haben uns jetzt zehn Jahre lang im Kreis gedreht“, resümierte er, bezog sich dabei vor allem auf die Periode vor 2020. Damals habe man zu viel Zeit verstreichen lassen. Hätte man früher gehandelt, würde das Bauwerk bereits die Ammer zieren, meint der Gelbe. „Zwar ohne Förderung und vielleicht auch nicht so schön.“ Welche Summe die Gemeinde am Ende tatsächlich stemmen muss, bleibt abzuwarten. Hängt von der Förderquote ab.

Geduld müssen die Oberammergau also noch aufbringen. Auch bis zur Fertigstellung. Heuer soll der Bau endlich beginnen. Wegen zum Teil langer Lieferzeiten, prophezeit Sedlmaier aber, „wird‘s August werden, bis wir die Brücke haben“.