Drama vor Australian Open: Tennis-Star vergisst Regel und wirft sicheren Sieg weg

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Sebastian Ofner erlebt in Melbourne ein unerwartetes Tennis-Drama. Der Österreicher jubelt zu früh – und verliert dann völlig den Faden.

Melbourne – Es gibt Momente im Sport, in denen sich ein einziger Irrtum in eine ganze Kette fataler Entwicklungen verwandelt. Für den österreichischen Tennis-Star Sebastian Ofner wurde bei der Qualifikation für die Australian Open ein einziger Schritt Richtung Netz zum Ausgangspunkt einem der wohl bittersten Abende seiner Karriere.

Zu früh gejubelt: Sebastian Ofner erlebte bei einem Qualifikationsspiel für die Australian Open einen der bittersten Abende seiner Karriere. © IMAGO / Hasenkopf / Screenshot X

Ein Moment der Erleichterung, ein kurzes Hochreißen der Arme – und plötzlich kippte ein sicher geglaubter Sieg ins Gegenteil. Noch während das Publikum irritiert murmelte, war Ofner klar, dass er nun nicht nur den Druck, sondern auch die eigene Verwirrung besiegen musste. Der Weg zurück gelang ihm nicht.

Tennis-Star Ofner jubelt zu früh bei Qualifikation für die Australian Open – und verliert dramatisch

Der Österreicher führte im dritten‑Satz‑Tiebreak der Australian‑Open‑Qualifikation gegen den US‑Amerikaner Nishesh Basavareddy komfortabel mit 7:1. Als Basavareddy den Ball anschließend zu lang setzte, hob Ofner jubelnd die Arme, marschierte zur Platzmitte und bereitete sich bereits auf das Händeschütteln vor. Er zeigte sogar aufs eigene Stirnbein – eine Geste, die ausdrücken sollte, wie gut er den Druck gemeistert hatte.

Doch er hatte sich geirrt. Während Ofner noch triumphierte, erinnerte ihn der Stuhlschiedsrichter daran, dass der Match‑Tiebreak bei Grand Slams nicht bis sieben, sondern bis zehn Punkten gespielt wird. Dieser Moment der Erkenntnis traf ihn hart, wie mehrere Beobachtungen nahelegten. Nach der Korrektur des Schiedsrichters änderte sich die gesamte Dynamik. Aus deutscher Sicht stellt sich vor Beginn der Australian Open die Frage: Können Alexander Zverev und Eva Lys ihre Traumläufe beim „Happy Slam“ wiederholen?

Ofner musste den Sieg erneut erringen – ein Gedanke, der sich wie Blei auf seine Schultern legte. Basavareddy kämpfte sich Punkt für Punkt heran, erst auf 7:4, dann weiter, während Ofner sichtbar mit der Situation rang. Die Lockerheit war verschwunden, der Rhythmus ebenso. Am Ende verlor der Österreicher fünf Punkte in Serie und lag plötzlich selbst mit 8:9 hinten.

Zwar erzwang Ofner noch einen Ausgleich und erspielte sich weitere Matchbälle, doch Basavareddy wehrte sie alle ab. Schließlich entschied der Amerikaner den Tiebreak mit 13:11 – ein bitterer Abschluss von 16 dramatischen Punkten, die erst möglich wurden, weil Ofner zu früh jubelte. Derweil scheint der diesjährige Kreis der Favoriten auf den Titel bei der Australian Open bereits klar zu sein.

Der Clip von Ofners vorzeitigem Jubel verbreitete sich rasend schnell im Netz. Das Social‑Media‑Team der Australian Open kommentierte das Video mit den Worten: „Wenn dein Gehirn den Matchball ansagt, bevor der Schiedsrichter es tut...“, in den Kommentaren sammelte sich teils beißender Spott anderer Nutzer. Auch Ofner selbst versteckte sich nicht vor dem Spott. Er teilte den Clip in seiner Instagram‑Story und schrieb: „S..t happens“ – eine kurze, aber klare Botschaft, die zeigte, dass er den Moment mit einer gewissen Selbstironie nehmen wollte. (kus)