Bei dem Brandunglück im Schweizer Ferienort Crans-Montana an Silvester erlitten 116 Patienten teils schwere Brandverletzungen. Kliniken in mehreren europäischen Ländern behandeln sie. Für die Therapie kommt auch künstliche Haut zum Einsatz.
Isländische Küstenwache bringt Fischhaut nach Großbritannien
Wie das Schweizer Portal "Flugrevue" berichtet, flog die isländische Küstenwache am 9. Januar 14 Isolierbehälter mit frischer Fischhaut von Reykjavík nach Großbritannien. Dort verarbeitet das Medizintechnikunternehmen Kerecis das Material, das vom Kabeljau stammt, zu Hautersatzprodukten. Zuletzt drängte die Zeit, denn die Vorräte wurden knapp.
Pflaster aus Kabeljau-Haut
Aus der Fischhaut werden laut "Flugrevue" Pflaster hergestellt, die einem feinen Netz ähneln. Ärzte legen sie direkt auf Brandwunden. Sie sollen das Nachwachsen der Haut fördern und die Heilung unterstützen.
"Das Ganze ist eine unglaubliche Tragödie und es bricht uns das Herz, von allen diesen jungen Menschen zu erfahren, die schwere Brandverletzungen erlitten haben und nun um ihr Leben kämpfen", sagte Kerecis-Chef Guðmundur Fertram äußerte sich gegenüber dem isländischen Portal "mbl.is".
Komplizierte Behandlung der Brandopfer von Crans-Montana
Auch das Südklinikum in Nürnberg behandelt ein Brandopfer von Crans-Montana. Oberärztin Anke Wanninger hat gegenüber FOCUS online erklärt, warum die Behandlung so kompliziert ist.
Neben der körperlichen Heilung ist bei den Opern auch die psychologische Betreuung wichtig: "Es ist oft ein sehr konfrontativer Moment, mit dem wir bewusst umgehen. In unseren Hochbetreuungsräumen gibt es keinen Spiegel", verrät eine andere behandelnde Ärztin aus Antwerpen.