Eintracht Frankfurt ist wieder ein Top-Transfer im Winter geglückt. Younes Ebnoutalib überzeugt gegen den BVB – eine große Zukunft steht bevor.
Frankfurt – Younes Ebnoutalib glückte gegen Borussia Dortmund ein starkes Debüt. Womöglich wird seine Leistung in diesem Spiel sogar noch unterbewertet. Der 22-Jährige zeigte gegen den BVB von Beginn an, dass für ihn offenbar der Sprung vom Zweitligisten SV Elversberg zum Champions-League-Klub Eintracht Frankfurt kein Problem darstellt.
Auch das zwischenzeitliche 2:2 erzielte der 22-Jährige in beeindruckender Manier. Fast schon zwangsläufig muss deshalb der Vergleich mit einem DFB-Senkrechtstarter aufkommen: Said El Mala. Einige Parallelen zwischen Ebnoutalib und El Mala sind jetzt schon zu erkennen. Und damit ist gar nicht erst gemeint, dass beide Deutsch-Marokkaner sind, die in den Metropolregionen Köln (El Mala) beziehungsweise Frankfurt (Ebnoutalib) aufgewachsen sind.
Für El Mala und Ebnoutalib drohte der Traum vom Profi-Fußball zu platzen
Der erste entscheidende Punkt, warum beide Spieler mit dem Hype um sie gut umgehen können: El Mala und Ebnoutalib waren eigentlich schon weg vom Fenster, wenn es um den Traum vom Profi-Fußball ging. El Mala wurde mit 14 Jahren im Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Mönchengladbach aussortiert – und Bewerbungen bei 13 (!) anderen Klubs wurden abgelehnt.
El Mala wurde zum Straßenkicker, bis er über die Jugend des Fünftligisten TSV Meerbusch hin zum Drittligisten Viktoria Köln kam. Dann schnappte 2024 der 1. FC Köln zu und parkte El Mala noch ein Jahr in der 3. Liga. Ebnoutalib wiederum mühte sich bei Jugendmannschaften der hessischen Klubs Wehen Wiesbaden und Rot-Weiss Frankfurt ab, bis er 2022 den Weg nach Italien zu AC Perugia fand.
Für die Italiener kam er in der 3. Liga zum Einsatz, verletzte sich dann schwer, war vereinslos und die Profi-Karriere galt als erledigt. Doch auch Ebnoutalib ließ sich nicht unterkriegen. Beim hessischen Viertligisten FC Gießen kam er ins Rollen, um nun in der Hinrunde beim Zweitligisten SV Elversberg alles in Grund und Boden zu schießen.
Auch El Mala zeigte bei Viktoria Köln beachtliche Leistungen. So wollte vergangenen Sommer dann schon der englische Erstligist Brighton ihn für bis zu 20 Millionen Euro verpflichten, da hatte El Mala noch kein Bundesligaspiel auf dem Konto. Auch für Ebnoutalib gab es nun im Winter ein Angebot aus England, das im zweistelligen Millionen-Bereich gelegen haben soll.
El Mala wiederum zeigt beim 1. FC Köln konstante Leistungen und erzielt bedeutende Tore, die dem 1. FC Köln Punkte im Abstiegskampf sichern. Dafür wurde El Mala schon zur deutschen Nationalmannschaft eingeladen. Kommenden Sommer wird er wohl für 50 Millionen Euro plus X zu einem europäischen Top-Verein wechseln.
Die Elite Europas steht Schlange für ihn. Auch das Ticket zur WM 2026 ist in greifbarer Nähe. Ebnoutalib hat im Vergleich zu El Mala noch keine Bundesliga-Halbserie absolviert. Von den Anlagen her kann es aber gut sein, dass der 22-Jährige bald einen ähnlich kometenhaften Weg wie sein 19-Jähriger Sturm-Kollege in Köln einschlägt.
Mit Sicherheit wird Ebnoutalib aber beim nächsten Transfermarkt-Update nicht mehr sechs Millionen Euro Wert sein. Auch nicht die acht Millionen, die Frankfurt an Elversberg überwiesen hat. Der Sprung dürfte deutlich im zweistelligen Millionenbereich liegen. Sport-Vorstand Markus Krösche darf sich für einen weiteren Transfercoup jetzt schon die Hände reiben.