„Super-Grippe“: Influenza-Variante wütet in Deutschland – erste Todesopfer 2026

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Die Grippe greift um sich und fordert mehrere Todesopfer. Eine aggressive Variante belastet das Gesundheitsystem. Das Schlimmste könnte noch bevorstehen.

München – Etwa fünf Millionen Menschen pro Woche litten in der ersten Kalenderwoche an einer neu aufgetretenen akuten Atemwegserkrankung (ARE). Das geht aus dem GrippeWeb-Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Diese Zahlen bewegen sich auf einem ähnlichen Level wie im Vorjahr, als die ARE-Inzidenz über die Feiertage gesunken war und sich zum Jahresbeginn auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau eingependelt hatte.

Während Atemwegserkrankungen wie Covid-19 oder Schnupfen über die Feiertage rückläufig waren, grassiert Influenza auch zum Jahresbeginn 2026 weiter auf hohem Niveau, insbesondere die „Super-Grippe“ H3N2 bereitet Sorge.
Während Atemwegserkrankungen wie Covid-19 oder Schnupfen über die Feiertage rückläufig waren, grassiert Influenza auch zum Jahresbeginn 2026 weiter auf hohem Niveau. Insbesondere die „Super-Grippe“ H3N2 bereitet Sorge. © Depositphotos/Imago

Doch während Atemwegsinfektionen wie Erkältungen oder Covid-19 im Allgemeinen über die Weihnachtsfeiertage abnahmen, macht die Grippe keine Pause. Bereits seit mehreren Wochen meldet das RKI „einen deutlichen Anstieg“ von Influenza. Über 40 Prozent aller registrierten ARE rund um den Jahreswechsel sind auf Influenzaviren zurückzuführen. Verantwortlich dafür ist vermutlich eine neue, besonders ansteckende Virus-Variante.

Influenza-Subklade K: Neue Grippe-Variante breitet sich rasant aus – Gesundheitsbehörden alarmiert

Die neue Influenza-Subvariante K bereitet den Gesundheitsbehörden erhebliche Sorgen. Sie ist Teil der H3N2-Gruppe und führt allgemein nicht zu schwereren Verläufen, kann sich jedoch besser gegen jene Antikörper durchsetzen, die Menschen durch frühere Grippeinfektionen gebildet haben. Nach RKI-Analysen wiesen neun von elf untersuchten Grippeproben diese neue Subklade K auf.

Und die gegenwärtige Grippewelle, die ihren Höhepunkt wahrscheinlich erst jetzt im Januar oder Februar erreichen wird, hat im neuen Jahr bereits Menschenleben gekostet. In Sachsen sind 2026 bereits sechs Menschen an oder mit einer Grippeerkrankung verstorben, wie der MDR unter Berufung auf Daten der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen (LUA) meldet. Seit Saisonbeginn im September 2025 steigt die Gesamtzahl der Grippetoten in Sachsen damit auf 22 Menschen.

In Thüringen wurden bisher zwei Todesopfer gemeldet, schreibt die Thüringer Allgemeine. Alle Todesopfer aus den beiden Bundesländern waren demnach älter als 67 Jahre. „Mittlerweile sind alle Altersgruppen betroffen, wobei anteilig vor allem bei Klein- und Schulkindern Infektionen diagnostiziert werden“, hieß es seitens der LUA zum Jahresende 2025.

Subklade K für Großteil der Fälle verantwortlich – Fachleute raten weiterhin zur Impfung

Der deutliche Anstieg von Influenza-Fällen löst vielerorts Besorgnis im Gesundheitssystem aus. Weil die Grippe-Saison 2025/26 schon relativ früh begonnen hatte, besteht die Gefahr, dass weniger Menschen, die akut von einer Erkrankung gefährdet wären, rechtzeitig geimpft worden sind, schilderte Antonia Ho, Dozentin und Fachärztin für Infektionskrankheiten an der Universität Glasgow, der Apotheken Umschau zufolge schon Ende November.

Michael Beier, der Chef des Hausärzteverbandes, wird gegenüber dem RND deutlich: „Der Winter ist noch lang, und wir rechnen noch einmal mit einem deutlichen Anstieg der Infekte in den kommenden Wochen“, sagte Beier. Unter anderem die Oberlausitz-Kliniken in Sachsen schlagen bereits Alarm angesichts zahlreicher Fälle, die stationär behandelt werden müssen. Auch in den USA warnen Behörden vor der „Super-Grippe“, in Teilen Österreichs ist sogar von der „stärksten Grippewelle, die wir in den letzten Jahren gesehen haben“, die Rede, so Robert Krause vom LKH-Uniklinikum Graz gegenüber der Kleinen Zeitung. In Italien führt der Subtyp ebenfalls bereits zu Engpässen in der Gesundheitsversorgung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt die besorgniserregende Entwicklung auf europäischer Ebene. Mehr als die Hälfte der Europäischen Regionen erlebe derzeit eine intensive, frühe Grippesaison. Die Subklade K ist inzwischen für bis zu 90 Prozent aller bestätigten Grippefälle in Europa verantwortlich. Trotz der hohen Fallzahlen betont die WHO jedoch, dass die Aktivität innerhalb saisonaler Normen bleibt und es keine Anzeichen für eine pandemieähnliche Eskalation gibt. Großbritannien ächzt hingegen unter einer anderen Krankheit.

Trotz der neuen Variante und dem verfrühten Beginn der Welle raten Fachleute wie Beier weiterhin zur Grippeimpfung. Sie schützt zwar nicht immer vor Ansteckung, kann aber schwere Verläufe verhindern. Besonders Menschen über 60 Jahre, Schwangere, chronisch Kranke jeden Alters oder Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sollten sich laut Empfehlungen der Ständigen Impfkommission impfen lassen. (Quellen: RKI GrippeWeb-Wochenbericht, MDR, LUA, Thüringer Allgemeine, Apotheken Umschau, Kleine Zeitung, dpa, afp) (jm)

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