HSV reagiert auf Kuntz-Stellungnahme zum Vorwurf sexueller Belästigung

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Nach den Chaos-Jahren schien mit Stefan Kuntz beim Hamburger SV Ruhe eingekehrt zu sein. Der plötzlichen Trennung folgen nun gegenseitige Anschuldigungen.

Hamburg – Am 2. Januar verkündete der Hamburger SV, dass Sportvorstand Stefan Kuntz den Verein verlassen werde. Es sei sich zum 31. Dezember 2025 auf eine Trennung zwischen den beiden Parteien geeinigt worden. Die Begründung: Kuntz sei an den Verein herangetreten und wolle den HSV aus familiären Gründen verlassen. Am 11. Januar berichtete dann die Bild: Kuntz musste gehen, weil er eine HSV-Mitarbeiterin sexuell belästigt habe.

Stefan Kuntz steht in einer schwarzen HSV-Jacke vor einer weißen Wand. Sein Blick ist skeptisch.
Stefan Kuntz und der Hamburger SV gehen getrennte Wege. Über die Gründe gibt es verschiedene Darstellungen. (Archivbild) © IMAGO/Pressefoto Rudel/Holger Strehlow

Nach den schweren Anschuldigungen war zunächst weder von Kuntz noch vom HSV eine Stellungnahme zu vernehmen. Nachdem aber Kuntz noch am Sonntagabend (11. Januar) ein Statement veröffentlichte, reagierte jetzt auch der Hamburger SV. Der Aufsichtsrat veröffentlichte eine Erklärung in drei Punkten über die Ausspielwege des Vereins und stellt sich damit gegen Kuntz‘ Ausführungen.

Kuntz weist die Vorwürfe sexueller Belästigung zurück – HSV-Aufsichtsrat reagiert

„Mich erreichen zahlreiche Anfragen wegen der aktuellen Berichterstattung über meine Person. Erst einmal möchte ich sagen, dass mich die Vorwürfe hart treffen“, begann Kuntz sein auf Instagram gepostetes Statement, um dann zum Kern des Themas zu kommen: „Klar ist: Ich weise diese Vorwürfe entschieden zurück!“

Zudem habe er seine „Anwälte (Kanzlei Schertz Bergmann) darum gebeten, gegen diese FALSCHEN Vorwürfe und Vorverurteilungen vorzugehen“. Nach diesem öffentlichen Vorpreschen seitens Kuntz‘ reagierte der Hamburger Sportverein und veröffentlichte selbst eine entsprechende Erklärung, die den Darstellungen des ehemaligen Sportdirektors widerspricht.

So hätte Kuntz bei der Trennung vom HSV von den Vorwürfen gewusst: „Stefan Kuntz hat auf dieser Grundlage und insbesondere in Kenntnis der gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Trennung zum 31.12.2025 zugestimmt. Er war dabei anwaltlich vertreten. Die Gelegenheit zur Stellungnahme gegenüber dem Aufsichtsrat hat Herr Kuntz trotz mehrfacher Angebote explizit nicht genutzt.“

Vor dem Hintergrund der Kenntnis der Vorwürfe, seien „die Vorwürfe einer ‚Verleumdungskampagne‘ gegen Stefan Kuntz klar unzutreffend und irreführend“, so die Mitteilung des HSV-Aufsichtsrates. In dem Vereinsstatement wird zuvor auch darauf eingegangen, wie es schlussendlich zur Trennung kam und welche Schritte der Verein unternommen hat.

„Im Dezember 2025 sind an den Aufsichtsrat der HSV Fußball Management AG Vorwürfe eines schwerwiegenden Fehlverhaltens von Stefan Kuntz herangetragen worden. Der Aufsichtsrat hat gemäß seiner Verantwortung sofort nach Kenntnisnahme der Vorwürfe mit Unterstützung spezialisierter externer Anwälte die Aufklärung der Vorfälle eingeleitet“, so die Rekonstruktion von Verreinsseite.

HSV sieht „glaubhafte Vorwürfe“ gegen Kuntz

Weil der Verein „nach sorgfältiger Prüfung“ zur Erkenntnis gekommen sei, „dass die Vorwürfe glaubhaft sind, hat der Aufsichtsrat umgehend entschieden, eine schnellstmögliche Trennung von dem Vorstandsmitglied anzustreben“. Ferner habe der „Schutz der Betroffenen oberste Priorität, die auch weiterhin anhält“.

Zum Abschluss des Statements positioniert sich der Verein in aller Deutlichkeit: „Der HSV duldet unabhängig von der betroffenen Hierarchieebene kein Fehlverhalten der hier in Rede stehenden Art und bekennt sich nachhaltig zu den in der Satzung niedergelegten Werten der Toleranz und des Respekts und wendet sich gegen Diskriminierung jeder Art.“ (sch)

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