Wolfgang Beer reichte neun Namen ein. Die Liste wird von Maximilian Fritsch angeführt. Die Freien Wähler streben in Ebersberg vier Stadtratssitze an.
Die Freien Wähler Ebersberg sind gerettet – dank eines Namens, der politisch Interessierten schon länger geläufig sein dürfte: Wolfgang Beer. Um 16.58 Uhr am Donnerstag, also eine Stunde und zwei Minuten vor Fristende, klopfte der 67-Jährige im Rathaus mit einer Stadtratsliste an, erzählt er der EZ am Telefon. Neun Namen, angeführt von Maximilian Fritsch, der für die FW bereits im Gremium sitzt.
Zwei Urgesteine treten ab - Freie Wähler Ebersberg standen vor dem Aus
Es hatte schlecht ausgesehen, nachdem seine Fraktionskollegen Toni Ried und Edi Zwingler angekündigt hatten, nicht mehr anzutreten. Doch Beer, der sich als „eingefleischter Freier Wähler“ bezeichnet“, sagt über ein Ende der Stadtratsfraktion: „Es wäre ein Jammer gewesen.“ Er habe lediglich in Abstimmung mit dem erkrankten Ortsvorsitzenden Toni Ried die nötige Organisation übernommen.
Die Freien Wähler stünden für Selbstständigkeit; das sei auch kommunalpolitisch Programm. Mit Blick auf eine „Unterwerfung unter Zentralismus Brüsseler, Berliner oder Münchner Herkunft“ und einstige Reichsunmittelbarkeit des Klosters Ebersberg sagt Beer zur Selbstbestimmtheit der Kreisstadt: „Das haben wir vor 800 Jahren besser gekonnt.“
Freie Wähler streben vier Sitze an: Das sind die Kandidaten für den Ebersberger Stadtrat
Als Wahlziel nennt Beer, wegen mangelnder Berührungsängste zu den Republikanern vor rund 15 Jahren vom Kreisverband (offenbar vorübergehend) geschasst, vier Stadtratssitze. Auf eine Bürgermeisterempfehlung habe man sich bislang nicht verständigt.
Die Liste der Freien Wähler Ebersberg für die Stadtratswahl 2026: Max Fritsch, Ingrid Rothe, Peter Jäckle, Franz Reiner, Sabine Hafner, Wolfgang Beer, Christian Straub, Angela Schneider, Sven Seidl.