Jetzt doch drei Kandidaten: Grüne und AfD wollen in Feldafings Rathaus

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Kandidierte schon zweimal in Feldafing: Anton Maier, hier vor der Wahl 2020 mit den Grünen-Parteifreundinnen Martina Neubauer (links) und Kerstin Täubner-Benicke.  © Stefan Schuhbauer-von Jena

Vor der Bürgermeisterwahl in Feldafing: Matthias Schremser von der CSU bekommt überraschend Konkurrenz. Anton Maier tritt erneut für die Grünen an. Auch die AfD schickt einen Kandidaten ins Rennen.

Feldafing - Die Nachfolge von Bernhard Sontheim, seit 2002 Feldafinger Bürgermeister, schien lange nicht begehrt zu sein. Bis zuletzt sah es nach einer Ein-Mann-Show aus. Nur die CSU hatte mit Matthias Schremser einen Kandidaten aufgestellt. Mit der Bekanntmachung der Wahlvorschläge dann die Überraschung: Neben Schremser gehen der erfahrene Gemeinderat Anton Maier (Grüne) und Luka Komljenovic (AfD) ins Rennen.

Maier, der sich schon 2014 und 2020 um das Bürgermeisteramt beworben hatte, gab gegenüber dem Starnberger Merkur zu: „Eigentlich wollten wir eine Verjüngung.“ Trotzdem sieht der 62-Jährige, der an der Berufsschule für Fahrzeugtechnik, Eisenbahn und Fahrbetrieb unterrichtet, Chancen für sich. Der Amtsbonus falle ja weg. Und Maier betont: „Bei einer Wahl muss es eine Auswahl geben.“ Er wolle dafür sorgen, dass Feldafing sozialer und nachhaltiger werde, den sozialen Wohnungsbau und den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben. Maier, langjähriger Grünen-Gemeinde- und Kreisrat, macht sich als ADFC-Kreisvorsitzender zudem für den Fahrradverkehr stark. Er habe in der Vergangenheit erlebt, was bei diesen Themen unter Sontheim liegengeblieben ist.

Zu AfD-Kandidat Luka Komljenovic konnte der Merkur seit der Bekanntmachung der Wahlvorschläge bisher keinen Kontakt herstellen. Auf der Liste für den Kreistag steht er auf Platz 4. Er ist Geschäftsführer der LukAurum GmbH mit Sitz in Feldafing (vorher Unterhaching), die laut Selbstbeschreibung Dienstleistungen im Bereich Übersetzungen, speziell die Lokalisierung von Computerprogrammen, Produkten und Prozessen, anbietet.

Die Bürgermeister-Bewerber am Starnberger See

Matthias Schremser (38) hatte 2020 schon einmal versucht, für die CSU Bürgermeister zu werden. Er landete damals auf Platz drei hinter Anton Maier. Schremser ist Vizebürgermeister und stellvertretender Schatzmeister beim BRK-Kreisverband. Er arbeitet bei der Sparkasse Oberland in Weilheim als Berater für institutionelle Immobilienkunden und Kommunalkunden.

In den Bekanntmachungen in den anderen drei Gemeinden am See gab es keine Überraschungen. In Tutzing ist Ludwig Horn (CSU) bisher einziger Bewerber – das kann sich aber noch ändern, denn bei keinem oder nur einem Wahlvorschlag wird die Frist automatisch verlängert bis kommenden Donnerstag, 15. Januar, 18 Uhr. Das allerdings dürfte eher nicht zu einer plötzlichen Kandidatenflut führen, denn unabhängige Bewerber müssten bis dahin auch die nötige Zahl an Unterstützungsunterschriften beibringen, was realistisch nur schwer möglich ist.

In Pöcking werden voraussichtlich die erwarteten zwei Bewerber auf dem Stimmzettel am 8. März stehen: Amtsinhaber Rainer Schnitzler (PWG) und Gregor Lutz (CSU). Über die Zulässigkeit der Wahlvorschläge entscheiden die Wahlausschüsse der Gemeinde erst in der übernächsten Woche, wenn alle Fristen abgelaufen sind.

Mit vier Kandidaten ist auch die Bekanntmachung aus Berg im erwarteten Rahmen. Dort tritt mit Elke Link (QUH) die einzige Frau als Bürgermeisterkandidatin in den vier Gemeinden am See an. Die anderen Bewerber sind neben Amtsinhaber Rupert Steigenberger (SPD und Bürgergemeinschaft) Sebastian Gastl (CSU) und Jürgen Nowicki (FDP).