Dröge kritisiert Merz: „Angela Merkel hätte das geschickter hinbekommen“

In der neuen Folge „Machtmenschen“ geht es um Macht, Ohnmacht und politische Verantwortung in Zeiten multipler Krisen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge zieht eine schonungslose Bilanz der Ampeljahre und erklärt, warum sie Friedrich Merz für „die größte Schwäche dieser Regierung“ hält.

 Außerdem spricht die 41-jährige Wahl-Kölnerin über ...

… die Rolle Europas gegenüber den USA: „Wir sind nicht ohnmächtig. Das ist meine wichtigste Botschaft. Und ich würde mir wünschen, dass ein Bundeskanzler und ein Außenminister das auch ausstrahlen würden. Wir sind als Allererstes, und das ist wichtig und mächtig, einer der größten Wirtschaftsräume der Welt. Ich bin Wirtschaftspolitikerin. Wirtschaft bedeutet Macht. Und das alleine könnte Europa viel stärker und geschlossener nutzen.“

... den Kanzler und seine Versuche, Allianzen in der EU zu schmieden: „Er agiert manchmal sehr ungeschickt und nicht besonders einladend, wenn er Bündnispartner sucht, sondern manchmal doch sehr mit dieser Haltung: Ich erkläre aus deutscher Perspektive, wie es sein soll. Und das hat nicht immer funktioniert. Das hat in Europa auch schon einige vor den Kopf gestoßen. Das müsste er dringend ändern. Ich vermute, Angela Merkel hätte das damals geschickter hinbekommen.“

... den größten Irrtum der Grünen: „Der größte Irrtum war immer, dass wir gedacht haben, irgendwann werden die Auswirkungen der Klimakrise so offensichtlich sein, dass es für alle automatisch offensichtlich ist, dass man was tun muss. Nun sehen wir sehen die Auswirkungen der Klimakrise und es ist trotzdem nicht so.“

Das ganze Gespräch mit Katharina Dröge über den Zustand der Grünen, ihren Blick zurück auf die Ampeljahre und ihre Kritik am Kanzler – das hören Sie in der neuen Folge „Machtmenschen“.

In „Machtmenschen“ spricht FOCUS-Chefredakteurin Franziska Reich jede Woche mit denen, die unser Land prägen: Politiker, Abgeordnete, Strategen und Insider. Es geht um mehr als Schlagzeilen: um die menschliche Seite von Macht, um Verantwortung, Zweifel und den Preis von politischem Einfluss.

Was treibt die Mächtigen an? Wie entstehen Entscheidungen wirklich? Und wie kann die Politik das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler zurückgewinnen? 

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