Die Erdinger hielten lange mit, doch ungenutzte Chancen wurden bestraft. Im Schlussabschnitt brach dann alles zusammen für die Gladiators.
Lindau/Erding – Maßlos enttäuscht schlichen die Erding Gladiators am Sonntagabend von der Eisfläche der BPM Arena in Lindau. Mit großen Hoffnungen war die Mannschaft von Trainer Dominik Quinlan nach den zuletzt gezeigten Leistungen an den Bodensee gefahren, doch am Ende standen sie mit leeren Händen da. Obwohl man die meiste Zeit ebenbürtig war, ging der Sieg schließlich mit 4:1 (2:0, 0:1, 2:0)-Toren an die heimischen Islanders.
Nur ein Punkt gegen Stuttgart
Eine überflüssige Niederlage musste Erding am Freitag beim 5:6 nach Verlängerung (1:1, 1:2, 3:2; 0:1) gegen die Stuttgart Rebels einstecken, ein Punkt war zu wenig. Die Mannschaft von Trainer Dominik Quinlan scheiterte an ihrer katastrophalen Chancenauswertung, bei einem Schussverhältnis von 57:24. Bärenstark im Tor der Gäste war Kimi Saffran, 18-jähriger Förderlizenzspieler von den Jungadlern Mannheim.
In der 4. Minute spielte Jannik Herm einen Rückpass auf den freistehenden Jannik Dornberger, einen weiteren Förderlizenzspieler der Jungadler, und der jagte den Puck zum 1:0 für Stuttgart in den Winkel – sein erstes Oberliga-Tor. In der 13. Minute aber stand die Stadtwerke Erding Arena Kopf. Cheyne Matheson hatte ausgeglichen, und dann flogen massenhaft Plüschtiere beim „Teddy Bear Toss“ aufs Eis. In der 19. Minute vergab Jayden Lammel einen Penalty für die Rebels.
Im zweiten Drittel waren wieder knapp vier Minuten gespielt und Stuttgart traf durch Jannik Herm zum 2:1. Die Gäste zogen wenig später auf 3:1 davon, diesmal war der überragende Wyatt Schingoethe der Torschütze (26.). Aber Neuzugang Dennis Miller verkürzte in Überzahl mit seinem ersten Treffer für die Gladiators auf 2:3 (29.).
Das Schlussdrittel eröffnete Schingoethe mit dem 4:2 nach 18 Sekunden. In der Folge waren die Erdinger klar überlegen. Belohnt wurde der Sturmlauf mit dem 3:4 (43.) durch Grady Hobby. In der 57. Minute staubte Max Forster zum 4:4 ab. Doch nur 22 Sekunden danach lag der Puck wieder im Erdinger Tor. Nach Videobeweis wurde der Treffer zum 5:4 von Alex Blais für die Rebels gegeben. Zwei Minuten vor Schluss nahm Erdings Trainer den Torwart vom Eis, und prompt traf Elia Ostwald 89 Sekunden vor Schluss zum 5:5. In der Verlängerung waren die Stuttgarter dann die Glücklicheren, denn Daniel Pronin machte 75 Sekunden vor Schluss im Nachschuss das 6:5.
Im Kader der Gladiators gab es im Vergleich zum Freitag nur kleinere Veränderungen. So war der Landshuter Förderlizenzspieler Pascal Steck wieder dabei, dafür fehlte mit Lukas Gaus ein anderer Förderlizenzler. Für Elias Maier war einmal mehr kein Platz im Kader. Im Tor stand erneut Leon Meder. Sein Kollege David Zabolotny hatte sich krank abgemeldet, und so saß U20-Keeper Nico Wimmer auf der Bank.
Die Gladiators begannen sehr selbstbewusst und begegneten den favorisierten Lindauern durchaus auf Augenhöhe. Doch wie schon am Freitag gegen Stuttgart wurden einige gute Möglichkeiten vergeben. Prompt fing man sich in der 12. Minute das 0:1 ein. Torschütze war der slowenische Nationalspieler Zan Jezovsek, dem im 24. Spiel für die Islanders sein 14. Saisontor gelang.
Danach schien bei den Gladiators der Faden erst einmal gerissen, und nach vorne lief jetzt nicht mehr viel zusammen. Jetzt dominierten die Gastgeber und erhöhten prompt auf 2:0. Eetu Elo fälschte einen Schlenzer von Marcus Marsall ins Tor ab. Die Schiedsrichter waren sich nicht sicher und sahen sich die Szene noch einmal an, entschieden aber nach Videobeweis auf Tor.
Die Gladiators steckten diesen eher unglücklichen Rückstand aber recht gut weg und kamen sehr selbstbewusst aus der Kabine. Jetzt hielten sie die Partie wieder offen, und es entwickelte sich ein Spiel auf gutem Oberliga-Niveau. Chancen gab es hüben wie drüben, aber sowohl Erdings Keeper Meder, als auch sein Gegenüber Daniel Filimonow hielten fehlerlos.
Einmal musste er im zweiten Drittel aber doch hinter sich greifen. Marc Schmidpeter zog von der Seite vors Tor, konnte sich gegen einen Verteidiger durchsetzen und drückte den Puck zum 1:2 über die Linie. Und plötzlich waren die Gladiators wieder voll im Spiel. Zweimal hatten sie danach Überzahl, doch beide Powerplays brachten nichts ein.
Im Schlussabschnitt versuchten die Erdinger Eishackler alles, um die Partie zu drehen, oder zumindest einen Punkt einzufahren. Doch der Start ins Drittel ging komplett daneben. Gerade einmal 41 Sekunden waren gespielt, da traf Elo zum 3:1 für die Islanders – es war das 17. Saisontor des Finnen.
Damit war das Momentum auf Seiten der Islanders, und es sollte noch schlimmer kommen, für die tapfer kämpfenden Gladiators. Marvin Wucher war es, der in der 47. Minute auf 4:1 erhöhte. Bis zum Schluss versuchten die Erdinger alles, konnten die Lindauer Abwehr aber nicht mehr knacken.