Parallel zum Christkindlmarkt fand am Freitag erstmals eine Shopping-Nacht statt. Die Geschäfte und auch der Markt öffneten bis 22 Uhr.
Geretsried – Bis in die Nacht hinein nach Weihnachtsgeschenken stöbern: Die seit August geltende Änderung des bayerischen Ladenschlussgesetzes machte es möglich. Erstmals fand der Christkindlmarkt auf dem Karl-Lederer-Platz am Freitagabend zeitgleich mit einer Shopping-Nacht statt. Der Andrang war aufgrund verlängerter Öffnungszeiten bis 22 Uhr am Samstag sogar noch größer. Einzelhändler und Standbetreiber freuten sich über gut gelaunte Besucher und Kunden.
Alle Nachrichten aus Geretsried lesen Sie hier.
„Wir wollen einfach eine positive Stimmung in der Stadt haben“, erklärte Rudi Utzinger. Der Vorsitzende der Unternehmer- und Einzelhändlervereinigung ProCit rührte mit seinem Vorstandsteam schon vor der langen Einkaufsnacht die Werbetrommel und gewann sieben teilnehmende Geschäfte. „Die Kombination mit dem Christkindlmarkt passt gut, weil sehr viele Leute in der Stadt sind“, meinte Isar-Kaufhaus-Geschäftsführer Frederik Holthaus. Er teilte die Schichten seiner Mitarbeiterinnen neu ein, sodass die Türen am Freitag erst um 21 Uhr statt wie normalerweise um 18.30 Uhr schlossen.
Andere Läden hatten gar bis 22 Uhr offen und boten ihren Kunden kostenlosen Punsch, Crêpes oder Plätzchen an. Elias Küffer, Geschäftsführer der Paracelsus-Apotheke in der Egerlandstraße, hatte für Freitag eine Übernahme des Apotheken-Notdienstes beantragt. Zudem war ein Nikolaus vor Ort, der Kinder mit Orangen und Äpfeln beschenkte. „Ich mache sehr gerne bei der Aktion mit und habe während des Abends viel Zuspruch bekommen“, stellte Küffer fest.
Karl-13-Betreiberin Michaela Kunstmann hatte vor ihrem Lokal eine Glühweinbar aufbauen lassen. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt läuft super“, freute sie sich. Kunstmann, selbst bei ProCit aktiv, war Ideengeberin der Shopping-Nacht und hält nach der erfolgreichen Premiere eine Neuauflage für sehr wahrscheinlich.
Christkindlmarkt wurde musikalisch eröffnet
Gut gefüllt war der Karl-Lederer-Platz bereits am Freitagnachmittag. Nachdem die Gartenberger Bunkerblasmusik und ein Blockflöten-Ensemble den Christkindlmarkt feierlich mit Adventsliedern eröffnet hatten, griff Bürgermeister Michael Müller zum Mikrofon. Der Rathauschef lobte die kulinarischen Angebote der Vereine und das Kunsthandwerk der Standbetreiber.
„Heute ist an einem Tag mehr los als im vergangenen Jahr an drei Tagen“, staunte die Ascholdingerin Michaela Schelshorn. Ihre Erlenwald-Lama-Wollprodukte fanden ebenso reißenden Absatz wie die gedrechselten Mini-Weihnachtsbäume und die Rindenengel aus der „Nagel & Faden“-Werkstatt. Über reges Interesse freute sich auch der Arbeitskreis Historisches Geretsried, der neben seinen Geretsrieder Heften hausgemachten Eierlikör-Punsch anbot.
(Unser Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)
Internationale Schlemmereien und wärmende Getränke
Einen gelungenen Einstand auf dem Markt feierte der Stand des Lokals „Moving Shadows“. Walter Niebler und seine Lebensgefährtin Kornelia Schmidt schenkten dort unter anderem heißen „Winter Spritz“ aus und hoffen, dass nun noch mehr Gäste zu ihrem Hauptstandort am Hirschenweg kommen. Für internationale kulinarische Vielfalt sorgten die Egerländer Gmoi, die Trachtengruppen der Deutschen aus Ungarn und der Banater Schwaben, die Griechische Gemeinde und der Partnerschaftsverein Geretsried-Chamalières.
Dank Basteln und Kinderschminken hatte Langeweile bei den kleinen Besuchern an allen drei Marktnachmittagen keine Chance. Der Ascholdinger Josef Seidl bot Fahrten mit seiner Pferdekutsche an. Dass der Ordnungsdienst bis zum Sonntagabend hauptsächlich durch gelegentliche Rucksackkontrollen gefordert war, rundet das harmonische Bild des Christkindlmarkts ab.