Die Gelöbnis-Zeremonie auf den Punkt gebracht: Kurz vor Einbruch der Dunkelheit bekannten sich 113 Rekrutinnen und Rekruten des Gebirgsjägerbataillons 233 zum Dienst an der Bundesrepublik Deutschland.
Mittenwald/ Farchant – Das eiskalte Restlicht des Tages mischte sich mit dem warmen Fackelschein und gab dem feierlichen Ereignis eine besondere vorweihnachtliche Atmosphäre. Fast 400 Besucher, darunter viele Einheimische sowie Familienangehörige aus Nah und Fern, feierten in der abendlichen Kälte das Gelöbnis mit den jungen Soldaten. Vier Ausbildungszüge waren auf dem Sportplatz in Farchant vor der imposanten Kulisse der Ammergauer Alpen und des Estergebirges angetreten.
Für den Bürgermeister der Patengemeinde Farchant, Christian Hornsteiner, ist die Sichtbarkeit der Bundeswehr in der Öffentlichkeit ein ständiges Anliegen, das Gelöbnis ein richtiges und wichtiges Zeichen: „Es ist für uns ein wahres Bekenntnis, dass wir zur Bundeswehr zu einhundert Prozent stehen.“ Das Gemeindeoberhaupt freute sich über den merklich hohen Zuspruch der Veranstaltung.
Frieden: keine Selbstverständlichkeit
Er stimmte nachdenkliche Töne an und verwies auf den Ukraine-Krieg. Dieser zeige, wie schnell sich die eigenen Vorstellungen von Leben in Frieden verändern kann. Die Bundeswehr sei durch den Angriff Russlands wieder mehr ins Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger gerückt. Stärker in den Mittelpunkt gerückt ist auch das zentrale Zeremoniell des Gelöbnisses: Truppenfahne und Rekruten standen inmitten der Gelöbnisaufstellung, so dass alle Besucher gleichermaßen eine gute Sicht auf den Festakt hatten.
Gewährleistung von Stabilität
Bevor Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Rudolf Hofmann, das Treuebekenntnis abnahm, wandte er sich mit eindrücklichen Worten an die Rekruten: „Der Erhalt unserer auf Frieden und Recht aufgebauten gesellschaftlichen Ordnung erfordert aktives Handeln.“
Die wachsenden globalen Bedrohungen zeigten aktuell, wie fragil Frieden und Stabilität seien. Das Gebirgsjägerbataillon 233 werde seinen Beitrag zu hervorragend ausgebildeten und durchhaltefähigen Landstreitkräften leisten, um Frieden und Stabilität zu gewährleisten, versicherte der Bataillonskommandeur.
Als Basis zähle hierbei die gelebte Kameradschaft der Gebirgstruppe, verdeutlichte Oberstleutnant Rudolf Hofmann: „Unsere Berge lehren uns Demut, Leidensfähigkeit und Zusammenhalt. Kein Gebirgsjäger erreicht den Gipfel allein.“ Es zählten das professionelle Können des Einzelnen und das Zusammenwirken als Gemeinschaft.
Dieses Zusammenwirken symbolisierte auch das Zeremoniell: Taktgenau und auf den Punkt verband musikalisch das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen unter der Leitung von Major Rudolf Piehlmayer alle Elemente des Feierlichen Gelöbnisses. Mit dem letzten gespielten Ton des ausmarschierten Gebirgsmusikkorps brach schließlich die Dunkelheit ein – punktgenau.