Apple-Karriere aufgegeben: Cher (40) erzählt, wie sie ihr Leben komplett umbaute

Cher Scarlett (40) hat schon einiges erlebt: eine schwierige Kindheit, eine Karriere in der Tech-Branche und einen Neuanfang. Nach 20 Jahren als Software-Ingenieurin, zuletzt bei Apple, hat sie sich entschieden, ihre berufliche Laufbahn zu beenden und sich neu zu orientieren.

Während ihrer Zeit bei dem Technologieunternehmen gründete die ehemalige Apple-Mitarbeiterin die Bewegung „#AppleToo“. Laut „Business Insider“ sammelte sie Berichte von Kollegen über Diskriminierung und Missstände am Arbeitsplatz. In einem offenen Brief forderte sie Veränderungen im Umgang mit Arbeitsbedingungen und Beschwerden. Zwei Monate nach der Veröffentlichung des Briefes kündigte sie ihre Stelle. „Ich habe immer gelernt: Wenn man etwas sieht, das nicht richtig ist, sollte man es sagen“, erklärte sie gegenüber „Business Insider“.

Ehemalige Apple-Ingenieurin lebte im Auto und wagt radikalen Neuanfang

Nach ihrem Abschied von Apple versuchte sie, eine neue Stelle in der Tech-Branche zu finden, doch ihre Bewerbungen blieben erfolglos. Einige Arbeitgeber begründeten ihre Absagen mit ihrem fehlenden Hochschulabschluss. Im August 2023 musste sie ihre Tochter aufgrund finanzieller Schwierigkeiten bei Verwandten unterbringen und lebte zeitweise in ihrem Auto.

Die ehemalige Software-Ingenieurin entschied sich schließlich für einen radikalen Neuanfang. Sie schrieb sich an einem Community College für ein Studium der Astrophysik und Erdwissenschaften ein. „Ich habe erkannt, dass ich all meinen Selbstwert in meine Identität als Software-Ingenieurin gesteckt und den Rest von mir vernachlässigt habe“, sagte sie gegenüber „Business Insider“.

Vom Hörsaal ins Jet Propulsion Laboratory

Mittlerweile steht sie kurz vor dem Abschluss ihres Studiums mit Auszeichnung und hat sich für ein Transferprogramm beworben. Zudem hat sie ein Praktikum am Jet Propulsion Laboratory bei der Nasa und eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am California Institute of Technology erhalten. Ihre Programmiererfahrung hat ihr dabei geholfen, diese Positionen zu bekommen. Doch heute sieht sie ihre beruflichen Fähigkeiten nur noch als einen Teil ihrer Identität.

„Das College hat mir etwas gegeben, das mir kein anderer Teil meines Lebens je geben konnte“, sagte sie laut dem „Business Insider“. Es hat mir geholfen, meinen Wert als ganze Person zu erkennen.“

4 Fakten über Colleges in den USA

  • Viele verschiedene College-Typen: In den USA gibt es sowohl öffentliche („public“) als auch private („private“) Colleges und Universitäten. Letztere machen einen großen Teil der Hochschullandschaft aus.
  • Kosten variieren stark: Die jährlichen Studiengebühren (Tuition & Fees) liegen an privaten Colleges deutlich höher als an öffentlichen. Während öffentliche Colleges für Studierende aus demselben US-Bundesstaat („in-state“) oft relativ günstig sind, können private Colleges mehrere zehntausend Dollar pro Jahr kosten.
  • Unterschiedliche Ausbildungswege und Abschlüsse sind möglich: Neben den klassischen, vierjährigen Bachelor-Studiengängen gibt es Community Colleges, zweijährige Colleges und Colleges mit spezialisierten Programmen – das System ist relativ flexibel.
  • Hohe Vielfalt bei Studiengängen und Spezialisierungen: Die US-Colleges bieten eine große Bandbreite an Fachrichtungen – von den klassischen Wissenschaften über das Ingenieurwesen, die Künste, die Musik und die Kommunikation bis hin zu spezialisierten Programmen –, was vielen unterschiedlichen Interessen und Karrierezielen gerecht wird.