Behandeln Sie Ihr Portfolio wie eine Immobilie

Behandeln Sie Ihr Portfolio wie eine Immobilie. Haben Sie sich schon einmal gefragt, was langfristig wirklich bedeutet? John Maynard Keynes’ berühmtes Zitat wirft eine zentrale Frage auf: Wie lange ist langfristig – gerade, wenn es um Investitionen geht?

Stefan Heringer, Gründer und Geschäftsführer der Neunundvierzig Honorarberatung, begleitet seit über 20 Jahren vermögende Familien. Sein Fokus liegt auf evidenzbasiertem Investieren und Vermögensstrategien, die Lebensqualität und Freiheit fördern. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.

Immobilie versus Kapitalmarkt

Bei Immobilien ist der Zeithorizont oft klar: Jahrzehnte. Ein Haus bleibt nicht selten über Generationen im Familienbesitz, 20 Jahre gelten hier als kurzfristig. Am Kapitalmarkt sieht das völlig anders aus. Viele Anleger sprechen von langfristig – und meinen damit: bis zur nächsten Korrektur. Würden Sie Ihre Immobilie nach fünf Jahren verkaufen? Nach fünf Monaten? Oder nur nach ein paar Wochen? Genau so handeln leider viele Anleger mit Wertpapieren.

Ein Vorteil, der zur Gefahr wird

Wertpapiere haben einen extrem großen Vorteil: Sie sind jederzeit handelbar. Doch genau das ist auch Ihr größter Nachteil und wird vielen Anlegern zum Verhängnis. Weil Kurse jederzeit transparent sind, neigen viele dazu, panisch zu reagieren, anstatt einer langfristigen Strategie zu folgen. Die Theorie ist eigentlich ganz einfach: Sie streuen Ihre Anlage breit, halten die Kosten niedrig und ignorieren Trends. Wer diese Prinzipien beachtet und einen ausreichend langen Atem mitbringt, senkt das Verlustrisiko auf nahezu null.

Ein langfristiger Anlagehorizont minimiert das Verlustrisiko

Ihr Portfolio kann Krisen aushalten. Warum? Weil Märkte sich immer erholen – das zeigt die Geschichte. Die längsten Datenreihen gibt es im amerikanischen Markt. Seit 1872 hat sich dieser von jedem Rückschlag erholt – und langfristige Investoren wurden mit attraktiven Renditen belohnt. Kapitalanleger müssen profitieren, denn ein Kapitalismus ohne Rendite ist schlicht undenkbar. Dazu werden Sie als Anleger nur im absoluten Ausnahmefall eine hundertprozentige Aktienquote umsetzen. Sie mischen risikoarme Anlagen bei und verringern damit die Zeit, die Sie in schwierigen Zeiten bis zur Erholung durchhalten müssen.

Die richtige Mischung bringt Gelassenheit

Ein Beispiel: Hätten Sie in den letzten 30 Jahren ein Portfolio mit 60 % Aktien und 40 % Anleihen gehalten, hätten Sie maximal sechs Jahre auf eine Erholung warten müssen – trotz aller Krisen wie Dotcom-Blase, Finanzkrise, Eurokrise und Corona. Behandeln Sie also Ihr Portfolio wie eine Immobilie: Denken Sie langfristig, bleiben Sie gelassen – und für den Kapitalmarkt gilt zusätzlich: Streuen Sie breit. Dann ist Ihr Erfolg kaum zu verhindern.

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