Dr. Eliane Bodanese, Dozentin an der Londoner Queen Mary University, hat einen Prozess um gleiche Bezahlung gewonnen. Wie der britische "Telegraph" berichtet, wurde ihr die Beförderung mehrfach verweigert, weil sie vor zehn Jahren ein Kind bekommen hatte.
Karriereknick nach Elternzeit
Bodanese nahm zwischen 2013 und 2014 ein Jahr Elternzeit. Danach habe sie "unter mangelnder Unterstützung beim Wiederbeginn ihrer Forschung" gelitten, erklärte sie dem "Telegraph". 2021 stellte sie einen Antrag auf Gehaltserhöhung im universitätsinternen Bonusprogramm, der abgelehnt wurde. Ein männlicher Kollege erhielt im gleichen Programm eine Beförderung.
Richterin gibt Dozentin recht: Beförderung wurde "durch das Geschlecht beeinflusst"
Die Richterin des Arbeitsgerichts in East London stellte nun im Prozess fest, dass Bodanese nicht nur höhere Forschungserfolge nachweisen konnte als ihr männlicher Kollege. Sie konnte auch mehr Fördergelder für die Universität einwerben als er. Weiter urteilte die Richterin, dass Bodaneses Vorgesetzter Bewertungskriterien bei der Beförderung angewendet hatte, die "durch das Geschlecht beeinflusst" waren. Diese wirkten sich negativ auf Frauen aus, insbesondere nach Mutterschaftsurlaub.
Die Dozentin erhielt daraufhin eine Nachzahlung von umgerechnet 40.000 Euro zuzüglich Rentenbeiträgen.
Schlechte Karrierechancen für Mütter in Deutschland
Auch in Deutschland erleben Frauen deutliche Karriereeinschnitte, sobald sie Kinder bekommen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2023 unter berufstätigen Müttern wurden 18 Prozent der Frauen nach der Rückkehr aus der Elternzeit anstehende Karriereschritte gestrichen und 33 Prozent dieser Schritte komplett auf Eis gelegt.
Darüber hinaus erlebten 19 Prozent der Mütter Nachteile bei Gehaltserhöhungen, 13 Prozent erhielten sie später als geplant und 8 Prozent in verminderter Höhe. Diese Nachteile wirken sich direkt auf Beförderungschancen und Karrierefortschritte aus.