Bei einem Lawinenunglück in den Pyrenäen sind drei Menschen gestorben. Darunter einer bekannter Arzt und Wintersport-Experte sowie seine Ehefrau.
Panticosa – Am Montagmittag (29. Dezember) gegen 13 Uhr erfasste eine Schneelawine sechs Skitourengeher am Pico Tablato nahe dem Kurort Panticosa in der Provinz Huesca. Drei Menschen starben: Der bekannte Arzt Jorge García Dihinx vom Hospital San Jorge in Huesca, seine Partnerin sowie ein baskischer Bergsteiger, wie Europa Press Aragón berichtet. Eine junge Frau wurde mit Unterkühlung gerettet und ins Krankenhaus gebracht. Zwei Männer blieben unverletzt und alarmierten die Rettungskräfte.
Miguel Ángel Clavero, Innenminister der aragonischen Regierung, erklärte den Unfallhergang: „Es war die typische Winterlawine, bei der sich Schneeschichten bilden und eine davon bricht und über die anderen rutscht und die Menschen mitreißt, die darauf stehen“.
Lawinenunglück in den Pyrenäen: Drei Tote, darunter bekannter Arzt und Wintersport-Experte
Die Gruppe befand sich in 2.200 bis 2.700 Metern Höhe, als die Schneemassen sie erfassten. Drei Personen wurden vom Aufprall der Lawine weggeschleudert, eine vierte war teilweise verschüttet und konnte lebend geborgen werden.
García Dihinx war weit mehr als nur ein Arzt. Mit 371.000 Followern auf Instagram war er eine Autorität in Sachen Bergwetter und Lawinenkunde. Sein Blog „La meteo que viene“ galt als wichtige Informationsquelle für Bergsteiger in den Pyrenäen.
Jorge García Dihinx hatte vier Bücher über Skitouren in den Pyrenäen geschrieben, in denen er ausführlich über Lawinensicherheit aufklärte. El Diario de Huesca berichtet, dass seine Werke über 260 Routen beschreiben und konstant auf Wintergefahren und Lawinenrisiken hinweisen.
Regierungschef würdigt Lawinen-Opfer: „Sehr geschätzte Menschen“
Beruflich spezialisierte sich auf Kindergastroenterologie, Ernährung und Adipositas bei Kindern. Darüber klärte er auf seinem Instagram-Kanal auf. Sein Kollege Javier Olivera Pueyo beschreibt ihn gegenüber El Diario de Huesca als „sehr aktiv, immer lächelnd, immer gut gelaunt“.
Aragons Regierungschef Jorge Azcón würdigte die Opfer: „Es waren sehr geschätzte Menschen, Experten nicht nur als Bergsteiger, sondern auch als Meteorologen“. Der Rettungseinsatz mobilisierte die Bergrettungsgruppen aus Panticosa, Jaca und Huesca sowie die Lufteinheit der Guardia Civil.
Im November hatte eine Lawine sieben Bergsteiger bei einer Himalaya-Expedition in den Tod gerissen, darunter offenbar ein Deutscher. (Verwendete Quellen: Guarda Civil, Europa Press, El Diario de Huesca) (moe)