Der Film „22 Bahnen“, der in Gauting gedreht wurde, ist für den Bayerischen Filmpreis nominiert. Die Verleihung findet am 23. Januar statt.
Gauting – In Gauting wurden schon öfter Filme gedreht. Aber dass ein Werk fast ausschließlich die Würmtalgemeinde zur Kulisse hat, war vor „22 Bahnen“ noch nie vorgekommen. Die Produktionsfirma Berghaus Woebke verfilmte im Herbst 2024 den gleichnamigen Bestseller von Caroline Wahl vor allem im Sommerbad, aber nicht nur. Auch die Hangstraße kommt häufig vor, ebenso die Kiesgrube in Oberbrunn sowie eine Stelle hinter der Reismühle. Im August 2025 kam der Film, bei dem Mia Maariel Meyer Regie führte, in die Kinos. Im Oktober fand eine Sondervorführung für die Gemeinde im Breitwandkino statt. Bis dahin hatten laut Produzent Thomas Wöbke deutschlandweit stattliche 600 000 Besucher den Film gesehen. Wie es scheint, hat nach dem Buch auch der Film den Nerv des Publikums getroffen.
Wie jetzt bekannt wurde, ist „22 Bahnen“ darüber hinaus für den Bayerischen Filmpreis nominiert, und zwar in der Kategorie „Bester Film“. Das Werk konkurriert mit dem schweizerisch-deutschen Spielfilm „Heldin“ von Regisseurin Petra Volpe. Darin wird der Alltag einer Krankenschwester und der andauernde Ausnahmezustand auf der chirurgischen Station eines Krankenhauses gezeigt. Pflegekraft Floria, dargestellt von Leonie Benesch, kämpft im hektischen Klinikalltag permanent gegen die Uhr. Ebenfalls zur Wahl steht der Film „Amrum“ von Regisseur Fatih Akin. Es ist ein stiller, leiser Film, der die Zeit um die Kapitulation von Nazi-Deutschland durch die Augen eines zwölfjährigen Buben in der nur scheinbar abgelegenen Welt einer nordfriesischen Insel zeigt.
In „22 Bahnen“ geht es um eine junge Frau namens Tilda (Luna Wedler), die Mathematik studiert und sich zugleich um ihre zehnjährige Schwester Ida (Zoe Baier) kümmern muss, weil die alkoholkranke Mutter (Laura Tonke) nicht für sie da sein kann. Als sie Viktor (Jannis Niewöhner) kennenlernt und außerdem das Angebot bekommt, an die Universität in Berlin zu gehen, kommt vieles in Bewegung.
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Bayerns Filmminister Dr. Florian Herrmann spricht von drei „eindrücklichen Filmen mit starken Botschaften“, zwischen denen sich die Jury zu entscheiden hat. Der Bayerische Filmpreis wurde 1979 zum ersten Mal vergeben. Er zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen in der deutschen Filmbranche. Er ist mit Preisgeldern von insgesamt 300 000 Euro dotiert und wird in insgesamt elf Kategorien auf Vorschlag einer zwölfköpfigen Fachjury vergeben. Für den „Besten Film“ sind die Nominierungen mit jeweils 50 000 Euro dotiert, der Gewinnerfilm erhält ein Preisgeld in Höhe von 100 000 Euro. Mitglieder der Jury 2025 sind Mychael Berg, Daniel Curio (Vorsitz), Dr. Ulrike Frick, Michael Hilscher, Narges Kalhor, Prof. Michaela Kezele, Christian Pfeil, Prof. Bettina Reitz, Bettina Ricklefs und Prof. Jochen Schölch.
Wer die Preisverleihung sehen will, muss sich am 23. Januar nicht ins Münchner Prinzregententheater bemühen, wo die Gala um 19 Uhr beginnt. Sie wird um 22 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt. Bereits ab 19 Uhr sind Bilder vom Roten Teppich in der ARD-Mediathek zu sehen. Am Sonntag, 25. Januar, um 0.20 Uhr strahlt 3sat eine Zusammenfassung aus.