Nach dem Studienabschluss entschied sich ein Ehepaar, ihre Heimatstadt im US-Bundesstaat Utah zu verlassen und in ein etwa zwei Autostunden entferntes Dorf in Wyoming umzuziehen.
Ihr Ziel war es, Geld zu sparen und langfristig eine finanzielle Basis für den Kauf eines Eigenheims zu schaffen. Christian Allred, freier Autor und Familienvater, beschreibt die Vor- und Nachteile der Entscheidung im "Business Insider".
Günstige Lebenshaltungskosten in Wyoming: Miete fast halbiert
Die Familie zog nach Mountain View, eine Kleinstadt mit etwa 1000 Einwohnern im Bridger Valley. Die Miete für ihre neue Wohnung auf dem Land betrug nur 650 Dollar pro Monat, etwa 550 Euro – fast die Hälfte dessen, was sie zuvor für eine vergleichbare Wohnung gezahlt hatten. Zusätzlich profitierten sie von niedrigeren Steuern und günstigeren Benzinpreisen. Diese finanziellen Vorteile ermöglichten es der Familie, monatlich mehr Geld zur Seite zu legen, sagte Allred dem Wirtschaftsmagazin.
Ein Grund für die drastische Ersparnis dürfte auch die Lage ihrer alten Heimat Orem sein. Auch wenn die Gemeinde nur knapp 100.000 Einwohner zählt und damit die sechstgrößte Stadt in Utah ist, befindet sie sich wenige Kilometer südlich der Metropolregion Salt Lake City. Dieses gilt mit einer Bevölkerung von 1,2 Millionen Menschen als das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des US-Bundesstaats. Das Phänomen, dass auch in kleineren Städten in Metropolnähe die Mietpreise explodieren, ist auch aus Deutschland gut bekannt.
"Das Opfer, das wir bringen mussten, um uns den Kauf eines Eigenheims zu ermöglichen"
Das Leben in Mountain View brachte jedoch auch Einschränkungen mit sich, schildert Allred dem "Business Insider". Die Stadt bot nur begrenzte Annehmlichkeiten wie eine Tankstelle, ein kleines Lebensmittelgeschäft und wenige Restaurants. Zudem war die Familie durch die geografische Entfernung weniger mit Verwandten verbunden und musste sich an die langen, kalten Winter gewöhnen. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt waren von November bis April üblich, und vereiste Straßen führten gelegentlich zu Sperrungen der Autobahn.
Trotz der Entbehrungen zahlte sich der Umzug aus. Innerhalb von zwei Jahren konnte die Familie 20.000 Dollar, etwas mehr als 17.000 Euro, sparen und damit ein Grundstück in Washington erwerben. Heute besitzen sie das Land und planen den Bau ihres ersten Eigenheims. Rückblickend sieht die Familie die Zeit auf dem Land als wertvolle Erfahrung, die ihnen finanzielle Freiheit verschaffte und neue Perspektiven eröffnete.
Stadtflucht: Exorbitante Lebenshaltungskosten in deutschen Städten
In Deutschland hat eine kürzlich veröffentlichte Studie die für viele kaum mehr leistbaren Kosten für der Leben in den Metropolen bestätigt. Der Vergleich mit dem schweizerischen Zürich, der teuersten Stadt Europas, liegt vor allem in der verminderten Kaufkraft im Vergleich zur Alpenrepublik.
Viele zieht es daher aufs Land. So auch Timm Knabe (35), ein Stadtkind aus dem Ruhrgebiet. Er erklärt im Interview mit FOCUS Online, was ihn an der neuen Heimat reizt: Ein Haus, das in der Stadt "das zehnfache" gekostet hätte, die Gemeinschaft im Dorf und, dass seine Kinder draußen in der Natur spielen können.