Sechs Lichtblicke im Krisenjahr: Warum 2025 in der deutschen Wirtschaft nicht nur düster war

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Das Wirtschaftsjahr 2025 war auch im Südwesten vor allem von Krisen und Problemen geprägt. Ein paar Lichtblicke gab es aber doch. Ein Rückblick.

Stuttgart – Das sich in großen Schritten dem Ende nähernde Jahr 2025 war vor allem für die deutsche Wirtschaft eine massive Herausforderung, wovon der starke Südwesten besonders betroffen war. Großkonzerne wie Bosch, ZF oder auch Mercedes-Benz und Porsche müssen umfassende Sparmaßnahmen ergreifen und setzen dabei auf Maßnahmen wie Stellenabbau, Arbeitszeitverkürzungen und im schlimmsten Fall sogar Werkschließungen und Auslandsverlagerungen. In dieser Zeit musste man positive Nachrichten aus der Wirtschaft mit der Lupe suchen, es gab sie vereinzelt aber doch.

Im Interview mit IPPEN.MEDIA hatte Baden-Württembergs IG Metall-Chefin Barbara Resch im Oktober zwar aus dem Ernst der Lage kein Geheimnis gemacht, aber auch hoffnungsvolle Worte gefunden. Neben ersten positiven Signalen aus der Politik und dem starken Fundament der Wirtschaft in Baden-Württemberg hob die Bezirksleiterin vor allem die Mitarbeiter hervor. „Ja, es wird eine schwierige Phase, aber ich bin überzeugt: Wir können gemeinsam die Zukunft positiv gestalten“, erklärte sie.

Zum Jahresabschluss haben wir sechs positive Nachrichten aus der Wirtschaft unserer Lokalredaktion in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz herausgesucht, die wir Ihnen nachfolgend noch einmal aufzeigen wollen. Die Liste besteht nicht auf Vollständigkeit.

Positive Wirtschaftsnachrichten aus Baden-Württemberg im Krisenjahr 2025

1. Rekordumsatz und höchste Prämie der Firmengeschichte bei Rolls-Royce Power Systems

Die Wirtschaftskrise begann nicht erst in diesem Jahr, sondern zieht sich bereits seit langer Zeit. Umso erstaunlicher ist es, dass der traditionsreiche Großmotorenbauer Rolls-Royce Power Systems mit Sitz in Friedrichshafen (Bodenseekreis, Baden-Württemberg) das vergangene Jahr nicht nur gut, sondern mit einem Rekordumsatz abschließen konnte. Das kam im März 2025 auch den Mitarbeitern am Stammsitz zugute, die die höchste Prämie der Firmengeschichte ausbezahlt bekamen. Bis zu 2.000 Euro waren drin.

Motoren-Montage bei Rolls Royce Power Systems.
Die Mitarbeiter von Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen konnten sich im März über eine Rekordprämie freuen. © Felix Kästle/dpa

2. Amazon baut neues Logistikzentrum und schafft Arbeitsplätze

In einer Zeit, in der vor allem Nachrichten über einen Stellenabbau Schlagzeilen machen, ist ein Aufbau von Arbeitsplätzen noch wichtiger. Einen solchen kündigte der US-Handelsriese Amazon in der Gemeinde Bietigheim (Kreis Rastatt, Baden-Württemberg) an. In einem neuen Verteilungszentrum im Gewerbegebiet sollen perspektivisch bis zu 2.000 Arbeitsplätze in den Bereichen Logistik, Technik und Management entstehen. Im Mai gab der Gemeinderat dem Vorhaben grünes Licht.

3. Die Rettung des Traditionsunternehmens Herzog aus der Insolvenz

Im Jahresverlauf konnten einige Unternehmen aus der Insolvenz gerettet werden. Wir haben das Beispiel des Vorzelt-Spezialisten Herzog aus Kirchheim am Neckar (Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg) herausgegriffen. Das über 120 Jahre alte Traditionsunternehmen hatte Mitte Juni eine notwendige Neuaufstellung angekündigt und konnte bereits Anfang Juli aus der Insolvenz gerettet werden. Das Besondere daran ist zum einen, dass die Familie Herzog den Geschäftsbetrieb gemeinsam mit einem Investor übernahm, und zum anderen, dass alle Arbeitsplätze bewahrt werden konnten.

Herzog-Zentrale in Kirchheim am Neckar.
Der Vorzelt-Spezialist Herzog aus Kirchheim am Neckar konnte im Juli aus der Insolvenz gerettet werden. © Herzog GmbH

Arbeitsplätze für Kaiserslautern, Einigung für das „Herz“ der ZF und das Bekenntnis eines Weltkonzerns

4. GDELS schafft in Kaiserslautern neue Arbeitsplätze

Während Branchen wie die Autoindustrie und der Maschinenbau stark zu kämpfen haben, geriet vor allem die Rüstungsindustrie durch die derzeitige Weltlage in einen deutlichen Aufwind. Das kommt auch der Stadt Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) zugute, die wirtschaftlich ansonsten in diesem Jahr eher weniger zu lachen hatte. Das Rüstungsunternehmen General Dynamics European Land Systems (GDELS) hat im September aber deutliche Investitionen in den Standort angekündigt und will in Kaiserslautern sowie im nahen Sembach bis 2029 rund 400 neue Arbeitsplätze schaffen.

5. Einigung für die Antriebssparte der ZF Friedrichshafen

Ein Weltkonzern, der in diesem Jahr besonders zu kämpfen hatte, ist der Autozulieferer ZF Friedrichshafen. Neben einem bereits 2024 angekündigten Abbau von bis zu 14.000 Arbeitsplätzen stand für lange Zeit auch eine mögliche Ausgliederung oder sogar der Verkauf der Antriebssparte, der Division E, zur Debatte. Anfang Oktober erklärten Konzern und Arbeitnehmervertreter dann gemeinsam, dass das oft titulierte „Herzstück“ der ZF im Konzern bleibt, jedoch bis zu 7.600 Stellen wegfallen. Diese sollen aber nicht auf die besagten bis zu 14.000 Arbeitsplätze addiert werden. Zum Feiern war den Beteiligten aber nicht.

Der Konzernsitz der ZF Friedrichshafen, das ZF-Forum, in Friedrichshafen, Baden-Württemberg.
Beim Autozulieferer ZF Friedrichshafen liegt einiges im Argen. Die Division E bleibt jedoch im Konzern, was Anfang Oktober verkündet wurde. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Kuhnle

6. Liebherr bekennt sich zu Standorten in Baden-Württemberg

Die weltweit tätige Liebherr-Gruppe kann sich als Hersteller von unter anderem Kränen und Baumaschinen dem aktuellen Trend nicht entziehen. Dennoch kündigte der Konzern im November eine Millioneninvestition am Standort Biberach an der Riß (Baden-Württemberg) an, wo „eine der modernsten Kranfabriken der Welt“ entstehen soll und bekannte sich im Dezember auch zu seinem Gründungsstandort Kirchdorf an der Iller (Kreis Biberach). Dort sollen durch einen Ausbau auch mittelfristig neue Arbeitsplätze entstehen. (Verwendete Quelle: Berichterstattung der Lokalredaktion von IPPEN.MEDIA im Jahr 2025)

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