Pinguine im Highspeed: Unterwasser-Video enthüllt erstaunlichen Tauch-Trick

Neue Erkenntnisse für den Klimaschutz. Es ist Forschern erstmals gelungen, das Jagdverhalten von Pinguinen in ihrem natürlichen Unterwasserlebensraum festzuhalten. Ukrainische Wissenschaftler der Akademik-Wernadsky-Station in der Antarktis haben nun spektakuläres Bildmaterial der subantarktischen Tiere veröffentlicht – aus der Perspektive der Pinguine, in Echtzeit und ohne zeitliche Beschleunigung.

Krill-Jagd und blitzschnelle Manöver

Die Aufnahmen entstanden mithilfe einer kleinen Kamera und eines GPS-Trackers, die schonend am Rücken der Pinguine befestigt wurden. Die Technik liefert einen Einblick in das Leben der schnellsten Pinguinarten der Welt: Unter Wasser erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 36 Kilometern pro Stunde.

Das Video zeigt, wie die Pinguine durch dichte Krillschwärme jagen, abrupte Tauchmanöver durchführen und ihre Flügel fast wie fliegende Vögel unter Wasser einsetzen. Besonders erstaunlich ist ein physikalischer Trick, den die Tiere anwenden: Durch das gezielte Ausstoßen von Luft aus ihrem Gefieder verringern sie den Wasserwiderstand und können besonders effizient gleiten.

Auch die Federpflege während des Tauchens ist zu sehen – ein wichtiger Vorgang, denn ein gut gepflegtes Gefieder sorgt für eine bessere Isolation gegen die eisige Kälte und ermöglicht höhere Geschwindigkeiten im Wasser.

Forschung ohne Stress für die Tiere

Die Geräte werden mit speziellem Klebeband und einem eigens entwickelten Klebstoff angebracht, der das empfindliche Gefieder der Tiere nicht beschädigt. Laut den Forschern werden die Tiere dabei nicht gestresst oder in ihrem natürlichen Verhalten eingeschränkt.

Bereits einen Tag nach der Anbringung wird die Kamera aktiviert und liefert hochauflösendes Videomaterial. Der GPS-Tracker sammelt hingegen über einen Zeitraum von etwa drei Wochen Daten zu den Schwimmrouten und Tauchprofilen der Pinguine.

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Norwegischen Polarinstitut durchgeführt. Ziel ist es, die GPS-Daten zu validieren und mit den Videoaufnahmen abzugleichen. So können die Forscher genau nachvollziehen, wo, wie tief und mit welchem Erfolg die Tiere jagen.

Diese Informationen sind nicht nur für die Verhaltensbiologie, sondern auch für den Schutz mariner Ökosysteme von Bedeutung. Veränderungen im Jagdverhalten oder in der Verfügbarkeit von Krill gelten als wichtige Frühindikatoren für den Klimawandel in der Antarktis.

Ein positives Signal liefert zudem die Insel Galindez, auf der sich die Akademik-Wernadsky-Station befindet. Dort wurde zuletzt ein Anstieg der Pinguin-Küken beobachtet. Die Forscher werten dies als Hinweis auf ein derzeit stabiles Ökosystem – eine in Zeiten globaler Umweltveränderungen selten gute Nachricht.

Die neuen Aufnahmen zeigen nicht nur die beeindruckenden Fähigkeiten der Pinguine, sondern unterstreichen auch, wie moderne Technik dabei helfen kann, verborgene Prozesse der Natur sichtbar zu machen – und sie so besser zu schützen.