Sollte man Kunden mit wenig Artikeln an der Kasse vorlassen, wenn es im Supermarkt auch SB-Kassen gibt? Wir gehen der Frage auf den Grund.
Wer kennt es nicht? Man hat den Wagen voll für den Wocheneinkauf, steht in der Schlange an der Kasse bei Aldi, Rewe oder Edeka und hinter einem reiht sich jemand ein, der nur eine Packung Milch und ein Brot im Arm hält. Früher galt es als ungeschriebenes Gesetz der Höflichkeit: Wer wenig hat, darf vor. Doch seitdem in immer mehr Supermärkten Selbstbedienungskassen (SB-Kassen) Einzug halten, bröckelt diese Tradition.
Eine aktuelle Debatte auf der Internet-Plattform „Reddit“ zeigt nun, wie sehr das Thema die Gemüter erhitzt. Ein Kunde löste dort eine riesige Diskussion aus, weil er sich weigerte, eine Person an der normalen Kasse vorzulassen – mit dem Hinweis, dass die SB-Kassen direkt daneben völlig frei seien.
Die SB-Kasse als zumutbare Alternative in Supermärkten
Die wohl am häufigsten vertretene Meinung ist klar: Wer die moderne Technik der SB-Kassen bewusst meidet, muss die Konsequenzen tragen. Viele Nutzer argumentieren, dass die Schnellkassen genau dafür da seien, kleine Einkäufe zügig abzuwickeln. Wenn ein Kunde sich trotz freier SB-Kassen bewusst in die Schlange der „großen“ Einkaufswagen stellt, verliere er den moralischen Anspruch darauf, vorgelassen zu werden. Die Botschaft der Mehrheit lautet: Technikverweigerung sollte nicht zu Lasten der Zeit anderer Kunden gehen.
Ein großer Kritikpunkt in der Debatte war das Verhalten der „Drängler“. Oft wird nicht mehr freundlich gefragt, ob man vor darf. Stattdessen signalisieren Kunden durch tiefes Seufzen, Augenrollen oder demonstratives Handauflegen auf das Kassenband, dass sie ungeduldig sind. Die Meinung vieler Verbraucher dazu ist eindeutig: Wer durch unhöfliche Körpersprache Druck aufbauen will, erntet Sturheit statt Hilfsbereitschaft. Hier hilft es eher das Gespräch zu suchen.
Technische Hürden und bewusste Barzahlung an Supermarktkassen
Trotz der Befürwortung von SB-Kassen gibt es auch Verständnis für diejenigen, die sie nicht nutzen können oder wollen. Viele Nutzer weisen darauf hin, dass die Technik oft an ihre Grenzen stößt: Alkoholische Getränke erfordern eine Freigabe durch das Personal, Rabattaufkleber werden oft nicht erkannt, und viele SB-Kassen akzeptieren kein Bargeld.
Wer jedoch aus diesen Gründen die traditionelle Kasse wählt, müsse laut Meinung der meisten Kommentatoren akzeptieren, dass er sich damit in den normalen Zeitfluss einreiht – inklusive der Wartezeit hinter einem vollen Einkaufswagen. Die Zeiten, in denen man automatisch mit drei Artikeln vorgelassen wurde, scheinen in Märkten mit SB-Bereich vorbei zu sein. Wenn Sie es eilig haben und nur wenige Teile kaufen, sind die SB-Kassen oft der stressfreiere Weg.
Unsere Tipps für ein entspanntes Miteinander:
- Freundlich fragen: Ein Lächeln und die Frage „Darf ich bitte kurz vor?“ bewirken oft Wunder – egal ob SB-Kassen frei sind oder nicht.
- Verständnis zeigen: Wenn Sie den Wocheneinkauf machen, beobachten Sie kurz die Lage. Ist die SB-Kasse defekt oder nur für Kartenzahlung geeignet, freut sich der Kunde hinter Ihnen sicher weiterhin über eine nette Geste.
- Kein Zwang zur Technik: Niemand wird gezwungen, SB-Kassen zu nutzen. Aber wer sich für die persönliche Bedienung entscheidet, sollte die nötige Zeit und Geduld im Gepäck haben.
Am Ende ist ein Supermarkt kein Ort für Prinzipienreiterei, sondern für gegenseitige Rücksichtnahme. Ein kurzes Gespräch hilft meist mehr als jedes genervte Schnaufen.