Möbel-Gigant schließt nach 117 Jahren: Räumungsverkauf läuft

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Seit Samstag läuft der Räumungsverkauf, und der Andrang ist groß: Ein Möbel-Gigant mit weit mehr als 100 Jahren Geschichte schließt.

Berlin – Es ist mehr als nur irgendein Möbelhaus, das bald schließen wird: Unglaubliche 14 Stockwerke hoch ist Möbel Hübner in der Genthiner Straße in Berlin. „Eine Ära geht zu Ende!“, ist laut RBB in dem Flyer zu lesen, der die Kundschaft über das Aus informiert – und das ist wohl nicht zu hoch gegriffen. Die Geschichte des Unternehmens begann ursprünglich schon 1871, vor 117 Jahren entstand dann Möbel Hübner. Auch die Berliner Morgenpost, der Berliner Kurier und die B.Z. berichten über das bevorstehende Aus.

Schilder vor Ort weisen auf die Rabatte hin
Schilder vor Ort weisen auf die Rabatte hin. © Maurizio Gambarini / Imago

Der Schritt erfolge aus persönlichen Gründen, berichtet der RBB. Doch auch die schwierige Konjunktur, der Geschäftsverlauf und der Fachkräftemangel seien Faktoren, schreibt Inside-Küche. „Wir machen das ordentlich, liquidieren und werden allen unseren Verpflichtungen gerecht“, so Geschäftsführer Albert Türklitz.

Möbel Hübner in Berlin schließt mit Räumungsverkauf

Seit Samstag (27.12.2025) läuft ein Räumungsverkauf mit Rabatten von 30 Prozent etwa auf Deko, von bis zu 50 Prozent auf Möbel ab einem gewissen Preis. Die Aktion sorge für enormen Andrang, schreibt die Berliner Zeitung. Der Parkplatz sei dicht gewesen am Samstag, die Fahrstühle belegt, alle 14 Etagen voll, so der Bericht. Bis zu 45 Minuten Wartezeit an den Kassen waren nötig. „Es war die Hölle los, ich bin total fertig“, zitiert die B.Z. einen Mitarbeiter, der aber auch sagt: „Meine Geschäfte heute waren bombastisch, wenn es früher auch immer so gelaufen wäre.“

Die Reaktionen auf den Räumungsverkauf fallen unterschiedlich aus, wie sich unter dem Facebook-Beitrag der B.Z. zeigt. „Nie im Leben würde ich mir das antun und dazu noch 45 Minuten anstehen“, heißt es dort. Und es fallen wenig schmeichelhafte Bezeichnungen für die Menschen, die jetzt den Laden stürmen. Auch in Bayern schließt ein großes Möbelhaus zum Jahresende.

Beim RBB schreibt ein Nutzer: „Bereits vor Jahrzehnten schien dieses Möbelhaus etwas aus der Zeit gefallen. Allerdings hielt es lange Zeit an Markenherstellern fest. So fand es immer noch seine Kundschaft. Bei meinem letzten Besuch glich die Atmosphäre im Haus eher dem Charme eines Bestattungsunternehmens. Dennoch: Schade, es geht ein Stück Berliner Seele …“ Eine andere schreibt: „Sehr schade. Eines der wenigen Möbelhäuser, in denen es nicht nach Pressspan gerochen hat und wo es noch kompetente Beratung gab, verschwindet. Ich hoffe, dass alle Beschäftigten gut unterkommen.“

Eine Threads-Userin zeigt sich mit folgenden Worten wehmütig: „Gehört zu West-Berlin wie der Funkturm, Avus, Strandbad Wannsee, der Tiergarten, Flughafen Tempelhof ... und so weiter.“ Dutzende Likes bekommt eine Facebook-Nutzerin, die einen alten Werbespruch zitiert: „Ich soll sie schön grüßen, von Möbel Hübner!“

Möbel Hübner
Das Haus erstreckt sich auf 14 Etagen. © Schöning / Imago

Bei Möbel Hübner in Berlin endet eine sehr lange Geschichte

„Schon immer ein Familienunternehmen“, ist auf der Homepage von Möbel Hübner zu lesen – und tatsächlich ist das Haus bis heute in den Händen der Gründerfamilie. 1908 eröffnete der Tischlermeister Karl Hübner in Berlin eine Möbelhandlung, die schnell einen größeren Standort brauchte. Der Umzug an den jetzigen Standort an der Genthiner Straße erfolgte 1964. Zu einem Komplett-Umbau kam es 2019 – doch im neu erstrahlenden 14-stöckigen Gebäude konnten die Kunden nun nur wenige Jahre einkaufen. Bei Lidl kam es am Montag (29.12.) zu teils tumultartigen Szenen. (Quellen: RBB, Inside Küche, Berliner Morgenpost, Berliner Kurier, B.Z., Inside Küche, Facebook, Threads) (lin)

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