Nach elf Jahren Ungewissheit: Spezialsuchschiff startet neue 55-tägige Mission im Indischen Ozean, um das verschollene MH370-Wrack zu finden.
Houston – Ein Spezialsuchschiff pflügt sich durch die Wellen des Indischen Ozeans – an Bord modernste Robotertechnik und die Hoffnung von 239 Familien. Am 30. Dezember startete die US-britische Firma Ocean Infinity eine neue Mission, um das seit März 2014 verschollene Malaysia-Airlines-Flugzeug MH370 zu finden.
Das Unternehmen Ocean Infinity setzt auf autonome Unterwasserfahrzeuge, die systematisch den Meeresboden nach dem Boeing-777-Wrack absuchen. Die 55-tägige Suche wird in Abschnitten durchgeführt und konzentriert sich auf ein 15.000 Quadratkilometer großes Gebiet vor der westaustralischen Küste, wie Malaymail berichtet.
„Kein Fund, keine Bezahlung“ – Deal mit hohem Einsatz
Malaysias Transportminister Anthony Loke hatte die Suche im April pausieren lassen, da es „nicht die richtige Saison“ für solche Operationen gewesen sei. Jetzt sind die Bedingungen wieder günstiger.
Ocean Infinity arbeitet nach dem Prinzip „No find, no fee“: Nur wenn das Wrack gefunden wird, erhält das Unternehmen die vereinbarten 70 Millionen US-Dollar (etwa 60 Millionen Euro) von der malaysischen Regierung. Ein Vertreter der Firma bestätigte: „Mit Unterstützung der malaysischen Regierung nimmt das Unternehmen die Suche nach dem vermissten MH370-Flugzeug wieder auf“, zitiert Malaymail.
Das Rätsel um Flug MH370
Am 8. März 2014 verschwand die Maschine auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord spurlos vom Radar. Das Flugzeug wich aus ungeklärten Gründen vom Kurs ab, wie später anhand von Satellitensignalen rekonstruiert werden konnte, berichtet unter anderem Zeit.
Bisher wurden nur einzelne Wrackteile an verschiedenen Küsten des Indischen Ozeans angespült – das erste bestätigte Teil 2015 auf der französischen Insel Réunion. Vom Hauptrumpf, den Insassen und den Flugschreibern fehlt bis heute jede Spur. Dieses Jahr kam es auch in Russland zu einem tragischen Flugzeugabsturz: Alle 49 Insassen kamen dabei ums Leben.
Internationale Unterstützung für Angehörige von den Opfern
Die Familien der Vermissten hoffen weiter auf Antworten. Jiang Hui, dessen Mutter an Bord war, begrüßte die Fortsetzung der Suche. Auch Australien unterstützt die Bemühungen. Ocean Infinity war bereits 2018 erfolglos im Einsatz gewesen und hatte damals über 80.000 Quadratkilometer Meeresboden durchsucht. Die aktuelle Mission nutzt verbesserte Technologie und neue Erkenntnisse über die wahrscheinlichste Absturzstelle. (Quellen: Malaymail, Zeit) (tt)
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