Ein Doppelschlag im Schlussdrittel bricht den Widerstand der Black Hawks. Keeper Matthias Bittner glänzt mit starken Paraden.
Diesmal fiel die Entscheidung spät, aber innerhalb von 60 Minuten. Anders als in den ersten beiden Begegnungen mit den EHF Passau mussten die Tölzer Löwen beim 4:1-Sieg am Sonntagabend bei den Black Hawks nicht in die Verlängerung. Trotzdem war es 44 Minuten lang ein zumindest vom Ergebnis her enges Spiel. Erst ein Unterzahl zu Beginn des Schlussdrittels bei Tölzer 2:1-Führung brachte die Entscheidung per Doppelschlag. Der dritte Sieg in Folge. „Wir haben uns auf einen harten Kampf eingestellt“, sagt Trainer Axel Kammerer. „Und kein Sieg geht von alleine, das war hart erarbeitet.“
Den Knackpunkt sah auch er in Topi Piipponens Shorthandertreffer und Tom Prokopovics` Powerplay-Tor 40 Sekunden später. Der wieder genesene Alex Grossrubatscher erbeutete eine Scheibe, schickte sie zu Piipponen, der vorher bereits das 2:1 in doppelter Überzahl besorgt hatte. Und der beste Torschütze der Liga schickte den Puck listig unter Marco Eisenhut über die Linie – sehr knapp über die Linie, wie der Videobeweis ergab. Der 32. Treffer des Finnen. Wenig später musste Andrew Schembri auf die Bank, und Prokopovics stellte in Überzahl auf 4:1.
Zuvor war es ein nach Kammerers Empfinden ein zu unruhiges Spiel. „Wir waren von der Struktur her schon gut, haben aber nicht bissig genug verteidigt.“ Passau versuchte, mit zahllosen Schüssen aus allen Lagen, den Tölzer Keeper Matthias Bittner zu beschäftigen. Der Münchner musste wieder für den erkrankten Enrico Salvarani einspringen. War allerdings erneut alles andere als eine Notbesetzung: Bittner zeigte Top-Paraden, entschärfte mit starken Reaktionen den durchaus möglichen Passauer Ausgleich, nachdem Philipp Faulhaber die Hausherren auf 1:2 herangebracht hatte. Schon gegen Daniel Maul war Bittner zur Stelle und später bei Brendan Harrogates Solo. Der Nachschuss des EHF-Topscorers ging an die Latte. „Es war schon recht wild“, sagt Kammerer.
45 Minuten lang stemmten sich die Passauer gegen die Niederlage, bekamen dafür auch Lob von ihrem Trainer Petr Bares, der aber genauso heftig die fehlende Disziplin bemängelte. „Womöglich haben uns die Diskussionen mit dem Schiedsrichter den Sieg gekostet“, sagt der Passauer Trainer. Die Hausherren dezimierten sich nach Nico Sauers 1:0 selbst entscheidend. Der Ex-Passauer löste eine Druck-Situation per Konter auf und drosch die Scheibe Anfang des zweiten Drittels mit einem schönen Schuss in den Winkel. Dann musste nicht nur Faulhaber auf die Bank, sondern auch Thomas Nuss, weil er mit den Schiedsrichtern diskutierte. Das folgende doppelte Powerplay der Löwen war recht schnell beendet: Piipponen schloss einen „schön herausgespielten Angriff“ mit dem 2:0 ab.
Passau wehrte sich bis ins Schlussdrittel mit allen zur verfügung stehenden Mitteln. Doch nach dem 4:1 verwalteten die Tölzer den Vosprung souverän, spielten die Scheiben aus der Zone, und Bittner hielt mit einem unglaublichen Reflex das 4:1 fest. „Wir spielen eine starke Saison, ich bin hellauf begeistert vor allem von unserer Konstanz“, sagt Kammerer. „Es geht alles nicht von alleine, sondern jedes Spiel ist eine große Anstrengung und braucht großen Einsatz. Das rufen wir regelmäßig ab.“