- Hintergrund des Streiks: In Birmingham schwelt seit Januar ein Tarifkonflikt zwischen Stadtrat und Unite-Gewerkschaft, der sich im März zu einem unbefristeten Vollstreik ausgeweitet hat. Auslöser sind vor allem die Abschaffung von Stellen und Streit um die Bezahlung. Der Lohn von Müllwagenfahrern sollte von 40.000 (rund 45.900 Euro) auf 32.000 Pfund (etwa 36.700 Euro) sinken.
- Folgen für die Stadt: Seit Monaten türmt sich Hausmüll auf Gehwegen und Straßen, Anwohner klagen über Gestank und Gesundheitsgefahren. Der Stadtrat rief am 31. März einen "major incident" aus, verstärkte Straßenreinigung und Einsatz gegen illegale Müllablagerungen.
- Streit um Agenturkräfte: Die Gewerkschaft Unite sieht in der Stellenstreichung einen Verlust von Sicherheitskompetenz und fairen Aufstiegschancen, während der Stadtrat auf Branchenunüblichkeit und Risiken im Hinblick auf Equal Pay verweist. Die Lage eskalierte weiter, als auch eingesetzte Leiharbeitskräfte in den Ausstand traten und sich den Streikposten anschlossen.
- Gescheiterte Verhandlungen: Vermittlungsversuche durch den Schlichtungsdienst Acas scheiterten, ein Angebot des Stadtrats wurde von 97 Prozent der Unite-Mitglieder abgelehnt. Die Stadt will den Dienst neu strukturieren. Dies nannte die Gewerkschaft eine „fire and rehire“-Strategie und hat die Streikmandate bis März 2026 verlängert.
- Bürgerpflichten: Haushalte sollen ihren Restmüll weiterhin zu regulären Terminen hinausstellen, der Stadtrat verspricht Abholung, sobald Kapazitäten vorhanden sind. Recyclingtouren sind ausgesetzt, alternativ stehen Recyclinghöfe mit Buchungspflicht und mobile Sammelstellen zur Verfügung. Trotz massiver Einschränkungen bleibt die Pflicht zur Zahlung der entsprechenden Steuer bestehen.
Auch in Deutschland kam es im Fühlung 2025 zum Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst. Allerdings konnten Streiks, die auch die Müllabfuhr betroffen hätten, mit der Einigung vom 6. April 2025 abgewendet werden.