Der Landkreis München prüft eine Beteiligung an dem Projekt. Die Investitionskosten liegen zwischen 54 und 78 Millionen Euro.
Landkreis - Die Landkreise Fürstenfeldbruck, Dachau und Starnberg treiben Pläne für eine gemeinsame Anlage zur Vergärung von Biomüll am Standort Maisach weiter voran. Nach erneuter Beratung soll das Projekt konkretisiert werden, auf einem Grundstück im Westen von Maisach (Lkr. Fürstenfeldbruck). Dabei soll das entstehende Biogas zur Energieerzeugung genutzt werden und nach Möglichkeit in das örtliche Gasnetz eingespeist werden. Auch der Landkreis München zeigt Interesse an einer Beteiligung, was die Wirtschaftlichkeit der Anlage vermutlich steigern könnte.
„Der Landkreis steht in ständigem Austausch mit den umliegenden Landkreisen“, bestätigt die Sprecherin des Landkreises München auf Nachfrage. Diese Möglichkeit zur Verwertung werde im Landratsamt geprüft, sei aber nicht die einzige Option: Auch „andere bestehende und potentiell zukünftige“ Möglichkeiten zur nachhaltigen und kostenorientierten Verwertung von Biomüll würden geprüft, wobei Faktoren wie Beteiligungsformen, Mengen, Fahrtwege berücksichtigt würden.
Mögliche Szenarien einer zukünftigen Bioabfallverwertung sollen im ersten Quartal 2026 den Kreisgremien vorgestellt werden. Daran werde sich voraussichtlich eine Machbarkeitsstudie anschließen, heißt es aus dem Landratsamt.
Im Landkreis München haben sich die Entsorgungskosten für Biomüll seit 2023 fast verdoppelt, da die frühere Bioabfallanlage in Kirchstockach stillgelegt und zurückgebaut wurde. Der Landkreis München hat bislang keinen Ersatz errichtet und lässt den Biomüll nun bis in den Landkreis Erding transportieren.
Transport über 100 Kilometer
Noch weiter sind die Wege im Landkreis Fürstenfeldbruck, von wo der Biomüll derzeit über 100 Kilometer bis in den Kreis Kelheim gefahren wird. Um die 60 000 Tonnen Biomüll im Jahr wären nötig, um die neue Anlage in Maisach wirtschaftlich betreiben zu können, wie der Halbjahresbericht des Abfallwirtschaftsbetriebs FFB darlegt. Weil Biomüll als energetisch wertvoll gilt, sprechen Experten mittlerweile von „Biogut“. Die für einen wirtschaftlich sinnvollen Betrieb erforderliche Menge an Biomüll werden die in der Vergärungsfrage kooperierenden Landkreise Fürstenfeldbruck, Starnberg und Dachau allerdings kaum zusammenbringen. Daher wäre ein weiterer Partner willkommen.
Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Die Investitionskosten in Maisach lägen, je nach Größe der Anlage, zwischen 54 und 78 Millionen Euro. Das von der Gemeinde angebotene Grundstück in Maisach gilt als geeignet, die Vergärungsanlage könnte in der vom Gutachter empfohlenen so genannten Pfropfenmethode Gas erzeugen und damit die Wärmeversorgung Maisachs sicherstellen. Das bislang landwirtschaftlich genutzte Gelände mit einer Größe von rund 30 000 Quadratmetern müsste umgewidmet werden. Das Grundstück liegt westlich von Maisach, nördlich der ICE-Strecke und südlich der Staatstraße 2054. Für eine Genehmigung wären verschiedene Gutachten auch immissionsschutzrechtlicher Art nötig und nach der Änderung des Flächennutzungs- auch ein Bebauungsplan. Das gilt aber als machbar, wie das Fürstenfeldbrucker Tagblatt berichet.