Die Sebastiani-Schützen Aufkirchen wachsen gegen den Trend. Rund 30 aktive Mitglieder sind noch keine 21 Jahre alt.
Aufkirchen - Einen Tag vor Heiligabend wiesen sie dem Christkind mit Handböllerschüssen den Weg zu den Kindern. Und am Neujahrstag wollen sie versuchen, mit lautem Knall böse Geister zu vertreiben. Auf diese Aufgaben konzentriert sich die Schützengesellschaft St. Sebastian aus Aufkirchen rund um den Jahreswechsel. Wer sich aber mit dem Traditionsverein genauer beschäftigt, der bemerkt, wie vielseitig er ist. Und: Unter den Vereinen, die altes Kulturgut und Brauchtum pflegen, stechen die Sebastiani-Schützen heraus. Es gibt keine Spur von Nachwuchsmangel, im Gegenteil: Rund 30 aktive Mitglieder sind noch keine 21 Jahre alt. Und: Der Verein ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, auf mittlerweile 125 Mitglieder. „Wir haben uns in den letzten zehn Jahren verdoppelt“, sagt Vorsitzender Manuel Seitz.
Die Christkind-Böllergruppe war verhältnismäßig jung, im Vorstand gibt es mit Victoria Hillenbrand eine Social-Media-Referentin, und Vorsitzender Seitz, selbst 31, bildet mit 2. Schützenmeisterin Miriam Quintern ein dynamisches Führungsgespann. Seitz kam 2008 als Jugendlicher zur Schützengesellschaft, das Berger Ferienprogramm weckte sein Interesse für den Schießsport. Heute gehört er zu den besten Luftgewehrschützen des Vereins. Und die heutige Jugend ist auch treffsicher: Beim Oktoberfest-Landesschießen wurde die Gruppe Vierter von 833 (!) angetretenen Vereinen. Für den Nachwuchs gab es außerdem diverse Ausflüge, etwa zum Kletterpark am Blomberg, und ein Nikolaus- und Weihnachts-Schießen.
Wer unter zwölf Jahre ist, darf zwar noch nicht mit dem Luftgewehr schießen, aber mit dem Lichtgewehr und der Lichtpistole, die mit Lasertechnik funktionieren. „Die Kinder üben sich bei uns in Ausdauer, Ruhe und Konzentration“, sagt Schützenmeister Seitz. Dies seien Eigenschaften, die dem Nachwuchs in der digitalisierten Gesellschaft voller Angebote oft fehlten. „Sich auf einen Punkt zu konzentrieren, um einen guten Schuss abzugeben, das spornt viele an.“
Zudem erleben die Sebastiani-Schützen seit einigen Jahren auch bei den traditionelleren Disziplinen für Erwachsene, wie dem Zimmerstutzen-Schießen und dem Böller-Brauchtum, reges Interesse und Zulauf. Auch einen großen Vorstand mit allerlei Sonderaufgaben zu besetzen, war im Herbst kein Problem. Zu den Schützenmeistern Seitz und Quintern kommen Manfred Nöbauer (Jugendbeauftragter/Kassenprüfer), Maik Stürmer (Referent Technik), Wolfgang Seiler (Kassenprüfer), Lilli Reihl (Kassiererin), Victoria Hillenbrand (Referentin Social Media), Andrea Bergmüller (Schriftführerin), Josef Bergmüller (Referent Zimmerstutzen), Robert Weber (Zeugwart), Reiner Drahtschmidt (Referent Organisation), Siegfried Holzapfel (Böllerkommandant), Tobias Gilch (Sportleitung) und Jutta Otten (Referentin Pistole).
Das Neujahrsanschießen, das die Bachhauser Blasmusik und der Trachtenverein König Ludwig Stamm umrahmen, findet am Donnerstag, 1. Januar, statt – direkt im Anschluss an den 17-Uhr-Neujahrsgottesdienst am Kriegerdenkmal in Aufkirchen.