An den Feiertagen wird traditionell viel gegessen. Vor bestimmten Speisen warnt das RKI allerdings – dabei landen genau diese meistens auf den Tischen.
München – Für viele ist die Zeit um Silvester die schönste Zeit des Jahres. Nicht nur, weil Familie und Freunde zusammenkommen, sondern auch, weil gemeinsam lecker gegessen wird. An Silvester sind zwei Klassiker besonders beliebt: Fondue und Raclette. Mit Spießen oder Pfännchen sitzt man zusammen um den Tisch und brät sein Essen. Was zuerst ein großer Spaß ist, kann aber schnell ins Gegenteil umschlagen. Denn das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt seit Studienergebnissen aus dem Jahr 2021 jährlich eine Warnung für die beliebten Klassiker heraus.
Die Gesundheitsrisiken sind bereits eine bekannte Problematik: Bereits vor zehn Jahren berichtetet das Deutsche Ärzteblatt darüber. So kann vor allem rohes Hühnerfleisch eine Darminfektion auslösen und einem bei falscher Zubereitung schwer zu schaffen machen. Geflügel enthält nämlich oft das Bakterium Campylobacter. Sobald es in den Körper gelangt, können laut RKI Symptome, wie Bauchschmerzen, Durchfall und Fieber auftreten. Die Betroffenen sind meist ansteckend. Laut infektionsschutz.de sind die Campylobacter-Bakterien in Deutschland die häufigsten Erreger von Durchfall.
Nicht nur bei Raclette und fondue: Auch diese Lebensmittel sind betroffen
Aufgenommen werden die Bakterien via Hautkontakt mit dem rohen Fleisch, das insbesondere bei Fondue oder Raclette schnell unbedacht mit der Hand aus einer Schüssel genommen wird und auf den Spieß oder die kleinen Pfannen gepackt wird. Dabei kann es sich auch um rohes Schweine- oder Rindfleisch handeln. Beim Raclette ist die Gefahr besonders groß, denn es berührt oft in rohem Zustand weitere Zutaten. Auf diese Weise kann das Bakterium auch noch auf andere Lebensmittel übertragen werden und diese ebenfalls infizieren. Selbst gegartes Fleisch kann laut RKI durch den Kontakt infektiös werden. Zudem sollte das Fleisch genügend erhitzt sein, sonst können die Erreger ebenfalls in den Körper wandern.
Aber nicht nur in Hühner-, Schweine- oder Rindfleisch kann das Campylobacter-Bakterium enthalten sein, auch Hühnereier oder Rohmilch können Träger sein. Als Aufnahmequelle gelten zudem Mettwurst oder verunreinigtes Trinkwasser. Eine Infektion dauert meist bis zu einer Woche an, in seltenen Fällen kann das Bakterium rheumatische Gelenkentzündungen auslösen, so das RKI.
So lässt sich eine Infektion an den Festtagen vermeiden
Was können Verbraucher also konkret unternehmen? Um eine Infektion zu vermeiden, ist laut RKI eine gute Küchenhygiene eine erste Voraussetzung. Zudem lassen sich die Bakterien in dem Fleisch mit Hitze abtöten. Dafür muss mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 Grad im Fleisch erreicht werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einem Merkblatt weitere Tipps zusammengefasst – etwa die Hände während der Zubereitung regelmäßig zu waschen oder rohes Hühnerfleisch nur mit einer Zange zu berühren.
Wer auf Hygiene in der Küche achtet, rohes Fleisch von anderen Lebensmittel trennt und Fleisch gut gart, hat also eine geringe Wahrscheinlichkeit, mit dem Bakterium in Kontakt zu kommen, und kann sich über einen schönen Abend mit Fondue oder Raclette freuen. Erst am Tag danach gibt es meist das nächste Problem zu lösen: den fettigen Geruch wieder aus der Wohnung zu bekommen. (Quellen: RKI, BfR, infektionsschutz.de, Deutsches Ärzteblatt) (mtw/jh)
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