CSU attackiert Bürgermeister Müller: Beschädigt Ansehen des Amts

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Eckt bei der CSU an: der Kochler Bürgermeister Jens Müller (li.), hier in einer Sitzung des Gemeinderats. © Seiler

Der Kochler Bürgermeister Jens Müller sorgt mit spitzen Bemerkungen auf einer UWK-Versammlung für Ärger bei der CSU. Diese reagiert mit einem offenen Brief, in dem sie ihm vorwirft, das Ansehen des Bürgermeisteramts zu beschädigen.

Kochel am See – Mit seinen spitzen Bemerkungen auf der Aufstellungsversammlung der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWK) hat der Kochler Bürgermeister Jens Müller den Unmut der CSU auf sich gezogen. Die Christsozialen zeigen sich darüber deutlich verärgert und reagieren mit einem „offenen Brief“ an den Rathauschef. Darin werfen sie Müller vor, das Ansehen des Bürgermeisteramts zu beschädigen.

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Bislang kein Herausforderer in Sicht

Müller geht erneut für die UWK als Anwärter auf den Spitzenposten ins Rennen und erhielt dafür von seiner Gruppierung volle Rückendeckung. Ins Amt kam er im Januar 2024 außerturnusmäßig, nachdem sein Vorgänger Thomas Holz (CSU) in den Landtag gewählt worden war. Eigentlich hätte sich Müller erst nach sechs Jahren, also 2030, erneut zur Wahl stellen müssen. Dass er bereits jetzt im Rahmen der regulären Kommunalwahl antritt, begründete er unter anderem damit, der Gemeinde Kosten ersparen zu wollen. Bislang ist kein Herausforderer in Sicht – auch nicht von der CSU.

Auf der besagten Nominierungsversammlung zeigte sich Müller angriffslustig und forderte die Schwarzen auf, doch noch einen Konkurrenten aus dem Hut zu zaubern. Seine vorgezogene Kandidatur bezeichnete er als „Überraschungscoup“ und fügte hinzu: „Da habe ich die CSU ein bisschen gelinkt.“

Offener Brief mit Seitenhieben

Das stößt der CSU sauer auf, wie aus dem Schreiben hervorgeht, das im Namen ihrer Kandidaten verfasst und vom Ortsvorsitzenden Florian Lantenhammer verschickt wurde. Darin wird Müller, der „liebe Jens“, direkt angesprochen. „Sollte es deine Art sein, andere – wie du selbst sagst – zu ,linken‘, würden wir dir empfehlen, dich damit nicht auch noch in der Öffentlichkeit zu brüsten“, heißt es in dem zentralen Abschnitt. Weiter schreiben die Christsozialen: „Ein solches Verhalten ist kein Zeichen der Stärke, sondern schadet dem Ansehen des Bürgermeisteramtes, der Gemeinde und deinem Ruf – besonders als Rechtsanwalt.“ Einen weiteren Seitenhieb setzt die CSU mit Blick auf die umstrittene Einbahnregelung am Bergfeldweg: „Bei all den taktischen Spielchen, in die du viel Kraft steckst, solltest du nicht vergessen, die richtigen Zeichen für die Gemeinde zu setzen. Am Bergfeldweg hättest du zumindest mit den richtigen Verkehrszeichen anfangen können.“