Ob Krippenspiel, Fondue oder Wichteln: Jede Familie hat ihre eigenen Weihnachtsrituale – und manchmal darf es auch etwas Neues sein.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Den Christbaum schmücken, in die Kirche gehen, ein großes Festessen: Weihnachten ist die Zeit im Jahr, in der viele wieder zusammenrücken, sich in den Familien und Freundeskreisen treffen. Viele begehen jährliche Traditionen an den Feiertagen oder lassen Kindheitserinnerungen aufleben. Was für bekannte Persönlichkeiten aus dem Landkreis der Zauber des Weihnachtsfestes ausmacht, wie sie feiern und die staade Zeit verbringen, berichten sie in unserer Feiertagsausgabe.
Mit Schwestern den Baum schmücken
Klaus Steinbacher, Schauspieler aus Reichersbeuern: „Unsere Weihnachtstradition beginnt am 23. Dezember, da komme ich zu meiner Familie nach Reichersbeuern und schmücke mit meinen Schwestern Maria und Lisa den Baum. Wenn wir es danach noch schaffen, gehen wir auf den Christkindlmarkt nach Tölz. Am 24. Dezember stehen gleich vier Termine an: Meine Mutter inszeniert das Krippenspiel in Reichersbeuern mit 50 Kindern, Tieren, und es wird die Weihnachtsgeschichte gelesen – ein ideales Einläuten für Heiligabend. Anschließend treffen wir uns mit der Familie bei meinen Großeltern, es gibt Bescherung und ein Würstel-Essen. Später sind wir bei meinen Eltern, und am späten Abend treffe ich mich zum Wichteln mit Freunden. Auch am 25. Dezember treffen wir uns nochmal in der Familie, dann in der alten Schreinerei meines Opas in der Jachenau. Weihnachten ist für mich eine Zeit, mit den Liebsten zusammenzukommen und mich zu sammeln. Denn nach den Feiertagen geht es bald auch wieder mit den nächsten Dreharbeiten los: Und zwar für einen Weihnachtsfilm.“
Weihnachtsscheit verbrennen
Bo Starker, Künstlerin aus Königsdorf: „Weihnachten verbringe ich mit meinem Lebensgefährten und meinen zwei Kindern. Am 23. holen wir einen Christbaum. Wenn nicht mehr viel Auswahl da ist, kommt es schon mal vor, dass wir den krumpeligsten Baum überhaupt haben, aber das macht nichts. An Heiligabend wird der dann vormittags von meinen Kindern geschmückt. Da holen wir alle Kisten raus, und sie können den Baum so bunt und verrückt schmücken, wie sie möchten. Nachmittags gehen wir in die Kirche, und abends kommt mein Partner. Damit es nicht so viel Aufwand mit dem Kochen gibt, haben wir uns seit ein paar Jahren darauf geeinigt, dass es an Heiligabend eine bereits vorgegarte Gans oder Ente gibt, die muss man nur noch in den Ofen schieben. Heuer will ich ein neues Ritual einführen und ein Weihnachtsscheit verbrennen. Das legt man im Ofen in die Glut und lässt es gemeinsam mit Wünschen über Nacht verbrennen. Es geht darum, Dinge, die schwer waren, loszulassen und dem neuen Jahr mit Wärme zu begegnen.“
Königin-Pastete zum Fest
Stefan Murr, Schauspieler und Musiker aus Bad Tölz: „Ich freue mich immer wahnsinnig auf Weihnachten. Es ist eine Zeit, in der mal Ruhe ist. Unterm Jahr bin ich sonst immer viel unterwegs. Oft war ich an Weihnachten bei meiner Familie in Bad Tölz. Dieses Jahr feiern wir bei uns in München gemeinsam. Meine Schwiegermutter macht an Heiligabend immer Königin-Pastete, ein etwas unübliches Weihnachtsessen. Aber bei uns hat das mittlerweile Tradition. Am zweiten Weihnachtsfeiertag kommt auch meine Tölzer Familie nach München, dann werden wir gemeinsam Essen gehen und Eisstockschießen.“
Als Musiker im Einsatz
Josef Niedermaier, Landrat aus Bad Tölz: „Weihnachten verläuft bei uns seit Jahrzehnten gleich. Ich bin morgens in Waakirchen bei der Gedenkfeier der Gebirgsschützen am Oberländer Denkmal. Danach geht‘s in die Mühlfeldkirche, wo ich mit Holzbläserkollegen der Stadtkapelle und dem Mühlfeldchor die Vorabendmette musikalisch umrahmen darf. Emotional und gedanklich ist das für mich der Höhepunkt. Bevor wir abwechselnd in einer der Familien meiner beiden Töchter und den Enkeln Bescherung feiern, geht‘s auf den Waldfriedhof. Ein opulentes Menü kommt bei dem Tagesablauf nicht auf den Tisch. Wir genießen ein kommunikatives Essen wie Fondue oder Raclette und feiern, bis den ersten die Augen zufallen. Die Tage danach sind geprägt von Familientreffen, Wintersport und am ersten Feiertag vom Weihnachtskonzert der Stadtkapelle, wo ich wieder als aktiver Musiker dabei bin.“
Musik hören mit einer Freundin
Monika Dahlberg, Schauspielerin aus Benediktbeuern: „Heuer habe ich mit meinen Enkeln und Urenkeln schon am vierten Advent Weihnachten gefeiert. Wir sind in Benediktbeuern essen gegangen und danach zum Adventskaffee zu mir. Heiligabend verbringe ich dann mit einer Freundin, die in der Nähe wohnt. Wir werden bei mir zu Hause gemeinsam etwas essen, Fernsehen und Musik hören.“