Christian Ludwig verwandelt sein Haus zum sechsten Mal in eine Attraktion. Am 3. Januar sammelt er Spenden für ein krankes Mädchen.
Angefangen hat alles mit einem aufblasbaren Schneemann und einer Lichterkette. Jetzt erstrahlt das Poinger Weihnachtshaus an der Dahlienstraße mit bis zu 120 000 LEDs. Es erklingt Weihnachtsmusik aus den Boxen (darunter, klar, „Last Christmas“ von Wham) und auf einem Zettel bei der Spendenbox steht, dass sich der Stromverbrauch auf circa 1,3 Kilowatt beläuft, was einen Verbrauch von etwa einen Euro pro Tag/Haushalt entspreche.
Hinter der selbstgebauten Theke auf der Terrasse steht Christian Ludwig und unterhält sich gerade mit einem Gast. Ludwigs Lachen unterm Vollbart schallt laut und steckt an. „Spaß soll es machen“, sagt er immer wieder. Ihm, dem Initiator des Poinger Weihnachtshauses, und allen, die da kommen zum Ratschen, Staunen, Glühwein trinken oder Bratwurst-/Steaksemmelessen. „Ah, servus, Du auch hier?“ Man kennt sich oder lernt sich kennen beim Weihnachtshaus, das täglich von 17 bis 22 Uhr beleuchtet ist. Essen und Trinken gibt es nur Freitag, Samstag und Sonntag. Alles auf Spendenbasis.
„Es ist doch schön, dass die Leute hierher kommen“, sagt Christian Ludwig (43), dessen Freundin Viktoria Hünermund (46) gerade Glühwein ausschenkt. Ludwig hat mit einigen Freunden das Weihnachtshaus hergerichtet. Beginn war Mitte Oktober, insgesamt seien gut 100 Stunden Arbeit zusammengekommen. Egal, der 43-Jährige macht‘s gerne und mit Leidenschaft. Der Abbau dauere etwa 40 Stunden. Heuer gibt‘s das Weihnachtshaus zum 6. Mal.
Das Haus leuchtet bis Dreikönig
Abbau? Soweit ist es noch nicht. An Weihnachten leuchtet das Haus und darüber hinaus noch bis zum Dreikönigstag, dem 6. Januar. Am Wochenende nach Weihnachten ist ebenfalls Betrieb, am Samstag, 3. Januar, ist ein ganz besonderer Tag: Dann wird es zum dritten Mal einen Sonderspendenaktionstag zugunsten eines Poinger Kindergartenmädchens geben, das an einem Gehirntumor erkrankt ist, kündigt Christian Ludwig an. Just am 3. Januar, dem Todestag seines Vaters, der an einem Gehirntumor gestorben ist.
Beim vergangenen Sonderspendentag für das Mädchen waren rund 250 Personen gekommen, erzählt Christian Ludwig. Das sei ihm beinahe zu viel geworden – aber für die gute Sache war es ein voller Erfolg. Entsprechend waren die Spendeneinnahmen. Die kann jeder selbst bestimmen, der Betrag wird in eine Spendenbox geworfen.
Nach einiger Zeit erklingt ein Lied, das nichts mit Weihnachten zu tun hat, aber gut zum Weihnachtshaus passt: Das Pippi-Langstrumpflied mit den Zeilen „Ich hab‘ ein Haus, ein kunterbuntes Haus“ und „Ich mach‘ mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt“. Vielen Poingerinnen und Poing gefällt das, was Christian Ludwig und Viktoria Hünermund machen.