Deutschland schiebt erstmals seit dem Bürgerkrieg Mann nach Syrien ab

Dort wurde er syrischen Beamten übergeben. Der 1988 in Syrien geborene Mann hielt sich mehrere Jahre in Deutschland auf. Etliche Straftaten gingen auf sein Konto, darunter schwerer Raub. Zuletzt saß er in NRW im Gefängnis.

Es ist das erste Mal seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs, dass Deutschland nach Syrien abschiebt.

Der frühere syrische Machthaber Baschar al-Assad wurde Ende 2024 gestürzt. Interimspräsident al-Scharaa bemüht sich seitdem, Syrien nach Jahren der Isolation wieder an die internationale Staatengemeinschaft anzuschließen. Die EU und die USA haben im vergangenen Jahr bereits zahlreiche Sanktionen gegen das Land aufgehoben.

Menschen spazieren über den Elhamedya-Markt in Damaskus.
Menschen spazieren über den Elhamedya-Markt in Damaskus. Syrien nähert sich dem ersten Jahrestag des Sturzes von Bashar al-Assad, der mehr als zwei Jahrzehnte seiner Herrschaft beendete und eine neue Phase des politischen Übergangs im Land einleitete. Moawia Atrash/dpa

Weiterer Straftäter nach Afghanistan abgeschoben 

Am frühen Dienstagmorgen ist außerdem ein weiterer Straftäter nach Afghanistan abgeschoben worden. 

Laut Bundesinnenministerium war der Afghane in Bayern mehrfach zu Haftstrafen verurteilt worden, unter anderem wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Die deutschen Behörden übergaben den Mann am Dienstag in Kabul den örtlichen Verantwortlichen. 

„Abschiebungen nach Afghanistan sollen regelmäßig und regulär umgesetzt werden“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt dem FOCUS. „Unsere Gesellschaft hat ein Interesse daran, dass Straftäter unser Land verlassen müssen.“ Dobrindt weiter: „Wir stehen für Kontrolle, Konsequenz, klare Kante und null Nachsicht gegenüber Straftätern und Gefährdern.“