Ärztin und Apotheker in Sicht: Zwei gute Nachrichten für Langenbach – und einige Veränderungen

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Bereit für die Zusammenarbeit: (v. l.) Dr. Lena Eschenbach und Langenbachs Bürgermeisterin Susanne Hoyer. Jeden Tag vor Ort sein wird die neue Ärztin jedoch nicht. © Lorenz

Aufatmen in Langenbach: Die Suche nach einem Hausarzt ist beendet. Die Patienten müssen sich aber auf einige technische Neuerungen einstellen.

Langenbach – „Heute ist für mich Weihnachten“, freute sich Bürgermeisterin Susanne Hoyer am Montag bei einer kleinen Pressekonferenz im Rathaus. Nach zwei Jahren vergeblicher Suche nach einem neuen Hausarzt für Langenbach ist man nun endlich fündig geworden: Bereits Anfang Februar sperrt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Ärzteteam die Praxis-Türen in der Bahnhofstraße auf. Persönlich anwesend werden die Mediziner jedoch nicht jeden Tag sein – dafür allerdings via einer digitalen Zuschaltung, der sogenannten „umgedrehten Telemedizin“.

„Ich will auf keinen Fall, dass über Weihnachten Gerüchte in Langenbach kursieren“, erklärte Hoyer, denn das Thema ärztliche Versorgung sei „ein heißes“. Deshalb stellte Hoyer eines schnell klar: „Ja, es wird eine Praxis geben. Es fehlt nur noch der Bescheid der kassenärztlichen Vereinigung, aber das ist eigentlich nur eine reine Formsache“. Einen klassischen Hausarzt-Nachfolger von Dr. Hubert Bohrer wird es allerdings nicht geben, auch das wurde beim Pressegespräch schnell deutlich. „Wir sind keine Einzelkämpfer“, erklärte Dr. Lena Eschenbach, Herzchirurgin und Geschäftsführerin des Medizinischen Versorgungszentrums „Better Clinics“, die seit dem vergangenen Jahr in Fraunberg (Landkreis Erding) eine Hausarzt-Praxis führt – und nun auch in Langenbach ihre Türen öffnet.

Untersuchungen auch via Bildschirm

Aktueller Personalstand des neuen Versorgungszentrums: zwei Ärzte sowie eine Praxis- und Wundmanagerin und eine Physician Assistant. Und genau diese Physician Assistant ist eine zentrale Person dieses Konzepts, denn die Ärzte werden vermutlich an zwei Tagen gar nicht persönlich vor Ort sein, sondern über einen großen Bildschirm zugeschaltet werden, um sich sozusagen den Patienten „anzuschauen“. „Die Physician Assistant untersucht im digitalen Beisein des Arztes den Patienten, nimm Blut ab, impft oder legt Infusionen“, so Eschenbach. Wer an einem digitalen Arzt-Tag trotzdem einen Doktor braucht, der müsse dann nach Fraunberg fahren.

Neben einer großen Werbekampagne ließ sich Langenbach diese Lösung durchaus etwas kosten, wie Hoyer verriet. Jüngst wurde diesbezüglich wohl in der Gemeinderatsitzung die „Unterstützung“ eines neuen Hausarztes samt diesbezüglichen Förderrichtlinien beschlossen. Geschäftsleiter Bernhard Götz erklärte: „Das ist kein Geheimnis und steht ja auch im Haushalt, wir fördern die ärztliche Versorgung mit einer monatlichen Zuwendung“. In diesem Fördertopf befinden sich 150.000 Euro, ein gewisser Betrag wird monatlich an Better Clinics für ihre Leistungen überwiesen. „Wir wollen ja auch keine Geisterpraxis“, so die Erklärung von Hoyer. Öffnen soll das Medizinische Versorgungszentrum bereits am 1. Februar.

Neuer Betreiber für Malven-Apotheke

Die Bürgermeisterin hatte sogar noch eine zweite gute Nachricht dabei: Die zum Ende des Jahres schließende Malven-Apotheke kann bereits Anfang des kommenden Jahres wieder aufgesperrt werden. Der neue Betreiber und Apotheker Frank Füßl, Inhaber der St.-Georg-Apotheke in Freising, will die Malven-Apotheke modernisieren und um Drogerie-Produkte erweitern – und das alles unter dem Begriff „Gesundheit Plus“.

Ein Apotheker, so Hoyer, werde allerdings erstmal nicht vor Ort sein, dafür können Rezepte weiterhin eingelöst werden. Sogar ein Terminal für E-Rezepte soll es in der Apotheke dann geben. Götz fasste es so zusammen: „Das alles passt gut zu uns, wir sind einfach zukunftsweisend“. Hoyer bestätigte das und meinte abschließend: „Das ist jetzt alles gut zusammengelaufen und ein wirklich schöner Jahresabschluss“.