Die weltbekannte Whiskey-Marke Jim Beam hat angekündigt, ihre Produktion im Jahr 2026 vorübergehend einzustellen. Die Destillation am Hauptstandort in Clermont (Kentucky) wird ab dem 1. Januar eingestellt.
Das Unternehmen beschäftigt laut "Independent" fast 1.500 Mitarbeitende am Hauptstandort. Es prüft derzeit, wie die Belegschaft während der Übergangszeit am besten eingesetzt werden kann. Gespräche mit der Gewerkschaft laufen bereits.
Handelskriege und sinkende Nachfrage treffen Bourbon-Industrie
Nach Angaben von Jim Beam ist die Pause Teil einer strategischen Anpassung an die sinkende Nachfrage und biete Gelegenheit für neue Investitionen. Laut "BBC" sind die Exporte von US-Spirituosen im zweiten Quartal 2025 um 85 Prozent eingebrochen.
Dies wird auf die von Donald Trump entfachten Zollstreitigkeiten mit wichtigen Abnehmerländern zurückgeführt. Besonders der Handelskrieg mit Kanada hat die Branche stark getroffen. Seit März boykottiert der nördliche Nachbar laut "Independent" amerikanische Spirituosen, was zu einem Rückgang der amerikanischen Whiskey-Verkäufe um über 60 Prozent führte.
Auch Konkurrenten wie Brown-Forman, Hersteller von Jack Daniel’s, mussten bereits Produktionspausen und Entlassungen bekanntgeben.
Veränderte Trinkgewohnheiten als zusätzliche Herausforderung
Neben den Auswirkungen von Strafzöllen belasten auch veränderte Trinkgewohnheiten die Branche. Laut einer aktuellen Gallup-Umfrage aus August 2025 glauben mittlerweile 53 Prozent der Erwachsenen in den USA, dass moderater Alkoholkonsum ihrer Gesundheit schadet. Im Jahr 2015 lag dieser Wert noch bei 28 Prozent. Besonders junge Erwachsene zeigen sich skeptisch gegenüber den vermeintlichen Vorteilen von „ein bis zwei Drinks am Tag“.
Die Umfrage ergab zudem, dass nur noch 54 Prozent der US-Amerikaner regelmäßig alkoholische Getränke wie Bier, Wein oder Spirituosen konsumieren. Dies ist der niedrigste Wert seit drei Jahrzehnten. Die wachsende Ablehnung gegenüber Alkohol könnte langfristig die Verkaufszahlen der Branche weiter beeinträchtigen.