Nahe des Gardasees hat ein Autofahrer offenbar Schüsse auf eine Gruppe Rennradfahrer abgefeuert. Der Sportverein schildert die schlimme Szene vom Wochenende.
Bozen – Zu einem heftigen Moment ist es am Samstagmorgen (20. Dezember) im Etschtal in Italien gekommen. Während einer Trainingseinheit feuerte ein Autofahrer offenbar Schüsse auf eine Gruppe Rennrad-Sportler ab.
Diesen Vorwurf erhebt der das Radsport-Team SC Padovani Polo Cherry Bank. In einer Vereinsmitteilung ist die Rede von „Angst, Schock und Bestürzung“. Demnach waren die Sportler des Vereins auf zwei Siebener-Gruppen aufgeteilt auf der Staatsstraße 12 bei Dolcè in der Nähe von Verona unterwegs. Dicht dahinter fuhren demnach drei Begleitfahrzeuge des Teams. Plötzlich näherte sich ein dunkles Auto den Radfahrern.
Autofahrer schießt auf Rennrad-Sportler auf Staatsstraße nahe des Gardasees
Der Fahrer soll anschließend sein Fenster heruntergefahren haben und zwei Schüsse auf die Sportler abgefeuert haben. Verletzt wurde dabei offenbar niemand. Anschließend floh der Täter mit überhöhter Geschwindigkeit. Der Vorfall habe „Athleten, Mitarbeiter und die Vereinsführung schockiert“, so der Verein.
Die Radsportler seien nach dem Vorfall zurück in ihr Vereinsheim gefahren. Hier habe man sofort begonnen Zeugenaussagen und Fotos zu sammeln und anschließend Anzeige bei der Polizei zu erstatten.
„Wir sind erleichtert, dass alle Athleten wohlauf sind“, so Team-Präsident Galdino Peruzzo. Weiter sagte er: „Dies ist ein schrecklicher Vorfall, von dem wir hoffen, dass er sich nie wiederholt“. Die Straßen seien das Trainingsgelände der Kinder und Jugendlichen. Man habe versucht durch Begleitautos alle notwendigen Schutzmaßnahmen zu gewährleisten, aber: „Angesichts des Wahnsinns mancher Einzelpersonen sind wir leider machtlos.“
Zudem sei der Vorfall im Etschtal „nicht der einzige Vorfall von Aggression durch Autofahrer“ gegen Athleten aus dem Team, klagt Peruzzo weiter an. Auch der Radsportler Marco Palomba sei im vergangenen September von einem Auto angefahren worden. Der Autofahrer beging anschließend Unfallflucht, so Peruzzo. Er fordert, „bei allen Autofahrern ein Bewusstsein für eine Kultur des Respekts gegenüber Radfahrern und Sportlern zu schaffen“.
Der Verein habe bereits zuvor versucht, sich anzupassen und Rücksicht zu nehmen: Die Region um den Gardasee sei „bestens“ für das Training in den Wintermonaten, fügt Sportdirektor Dimitri Konychev hinzu. Man plane die Trainingsstrecken täglich sorgfältig, „um Hauptstraßen und Stoßzeiten zu vermeiden“. Es sei kein Zufall, dass man ins Etschtal gewechselt sei. Hier befinde sich eine breite und gut ausgebaute Straße, die samstags „kaum befahren“ sei. (Verwendete Quellen: Mitteilung SC Padovani, Ansa, Rai)