Die Klimakrise erreicht das Salzkammergut: Ein traditionelles Skigebiet muss aufgeben, weil der Schnee ausbleibt und Technik zu teuer wird.
Salzburg – Die Lifte stehen still, die Pisten sind grün statt weiß – auf der Postalm zwischen Abtenau und Strobl herrscht bald Ruhe. Was Generationen von Skifahrern als verlässlichen Winterspielplatz kannten, wird in zwei Jahren für immer geschlossen.
Der Grund: Die Winter werden zu warm, der Schnee zu wenig. Darüber berichten ORF und die Salzburger Nachrichten. Seit 1970 wird das Almengebiet laut ORF touristisch als Wintersportort genutzt.
Skigebiet in Österreich macht zu: Schneemangel zerstört jahrzehntelange Tradition
Die Winterpark Postalm GmbH & Co. KG hat den Gemeinden, Tourismusverbänden und Partnern bereits offiziell mitgeteilt: 2027 ist Schluss. Das traditionsreiche Skigebiet auf 1.160 bis 1.450 Metern Seehöhe kämpft seit Jahren mit den Folgen des Klimawandels.
Geschäftsführer Linus Pilar macht die Lage deutlich: Seine Firma habe zwar eine befristete Genehmigung für provisorische Beschneiung erhalten, doch „das reiche aber nicht für alle Pisten. Ein kleines Liftangebot für das Weihnachtsgeschäft gehe sich damit aber aus.“ Aktuell liegt aber auch dafür zu wenig Schnee, alle fünf Lifte sind geschlossen.
Millionen-Investitionen für Postalm nicht finanzierbar
Das Problem der Postalm liegt tiefer als nur fehlender Schnee. Eine flächendeckende Beschneiungsanlage würde Millionen kosten – Geld, das die Betreiber nicht haben. Ohne diese Technik sei das Skigebiet den warmen Wintern schutzlos ausgeliefert. Der Tourismusverband Wolfgangsee gibt sich aber noch nicht geschlagen. Im kommenden Jahr sollen alle Beteiligten noch einmal an einen Tisch gebracht werden. SPÖ-Bürgermeister Harald Humer aus Strobl fürchtet sich laut ORF vor den negativen Auswirkungen auf die ganze Region. Eine mögliche Lösung soll sein, dass „große Skigebiete die Kleineren übernehmen und subventionieren.“
Die Sorge der Beteiligten: „Der Skibetrieb auf der Postalm ist besonders wichtig, sonst lernt bald keiner mehr Skifahren. Rund um Salzburg wird es eng. Die Gaißau ist weg und am Dürrnberg schaut es auch nicht gut aus“, warnt Josef Schmeisser, Obmann des Tourismusverbandes Strobl, gegenüber ORF. Am 20. Dezember startet die Postalm noch einmal mit einem reduzierten Angebot für Anfänger. (Quellen: Postalm, Salzburger Nachrichten, ORF) (cgsc)