Der Freitag begann in Apensen (Niedersachsen) wie jeder andere Tag, bis die vorweihnachtliche Ruhe jäh unterbrochen wurde. Während Eltern ihre Kinder zur Schule brachten, Berufstätige zur Arbeit fuhren und ein Anwohner in seinem Garten einen Kirschbaum beschnitt, zerrissen plötzlich Sirenen die Stille. Zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei eilten in die unmittelbare Nähe der Stader Straße.
Tödlicher Angriff in Apensen: Drama an der Stader Straße
Gegen 8:00 Uhr hatte Namik A. offenbar an der Tür seiner Ex-Partnerin Afsana A. geklingelt. „Als die 40-jährige Wohnungsinhaberin die Tür öffnete, stach der dunkel gekleidete und vermutlich maskierte Mann mehrfach auf sie ein und flüchtete anschließend“, heißt es im Polizeibericht.
Die vierfache Mutter wurde noch in das Elbe-Klinikum Buxtehude gebracht. Doch trotz einer sofortigen Operation konnte ihr nicht mehr geholfen werden.
Polizeieinsatz im Landkreis Stade: Sicherheit an Schulen verstärkt
In Apensen, einer 4500-Einwohner-Gemeinde im niedersächsischen Landkreis Stade, hat sich der Mord unmittelbar an einer Hauptstraße schnell herumgesprochen. Aufgrund der zunächst unklaren Gefahrenlage bewachten Sicherheitskräfte die örtliche Schule, berichtet eine Mutter. Eltern sollten ihre Kinder vorzeitig abholen. „Es ist traurig, mega schade und schlimm für die Kinder“, sagt sie.
Neuanfang in Niedersachsen: Flucht vor der häuslichen Gewalt
Nachbarn beschreiben das Mordopfer als freundlich, auch wenn sie erst vor Kurzem in den Ort gezogen war. Man sah Afsana A. häufiger mit ihren Kindern im Freien; an der Wand des Rotklinkerhauses lehnen noch immer ein Erwachsenen- und ein Kinderfahrrad.
Offenbar wollte die 40-Jährige auf dem niedersächsischen Land ein neues Leben beginnen. Gemeinsam mit ihren Kindern im Alter von sechs bis 20 Jahren war sie erst vor zwei Monaten einer von Eifersucht und Gewalt geprägten Ehe entkommen, berichtet die "Bild-Zeitung".
Zukunftspläne zerstört: Afsana A. wollte beruflich Fuß fassen
Während sich Namik A. mit Minijobs über Wasser hielt, wollte Afsana für sich und ihre Familie mehr. „Sie hatte erst kürzlich erfolgreich einen Deutsch-Sprachkurs abgeschlossen. Im nächsten Jahr sollte die nächste Stufe kommen. Sie hatte viele Pläne, wollte beruflich Fuß fassen, soweit das mit ihren Kindern gegangen wär“, zitiert die "Bild-Zeitung" weiter eine Freundin.
Trauer in der Nachbarschaft: Blumen und Kerzen für die vierfache Mutter
Am Montagmittag ist die Eingangstreppe mit Grabkerzen und Blumen für die Verstorbene bestückt. Eine Bewohnerin kommt aus der Tür und trägt mit tränengeschwollenen Augen Müllsäcke aus dem Haus. Sie will ansetzen, um etwas über Afsana A. zu sagen: „Meine Freundin, meine Nachbarin…“ – sofort bricht ihr die Stimme weg. Nicht nur die vier Kinder haben am vergangenen Freitag einen geliebten Menschen verloren.
Die Polizei fahndet aktuell noch mit Hochdruck nach dem flüchtigen Täter.