In Österreich gibt es Aufregung um die Süßspeise eines Traditionsunternehmens. Die Bäckerei "Zehrer" verkauft in seinem Online-Shop ein Schoko-Erdnuss-Konfekt. Der rassistische Name des Produkts: "Negerbrot". Diese Bezeichnung löst in den sozialen Medien einen Sturm der Entrüstung aus, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.
Screenshots aus dem Online-Shop zeigen, wie die Süßspeise als "Bestseller" beworben wird. Die meisten Kunden forderten "Zehrer" auf, die rassistische Bezeichnung unverzüglich zu ändern. Der allgemeine Tenor: Der Begriff habe im Sprachgebrauch schon lange nichts mehr verloren.
Traditionsbäckerei verweist auf Tradition und "Kindheitserinnerungen"
Doch das Bäckereiunternehmen verteidigt den Namen seines Produkts. Intern würde die Süßware schon seit einigen Jahren als "Erdnussbrot" bezeichnet. Auf Nachfrage der "Kleinen Zeitung" heißt es, dass "ganze Generationen" das Gebäck unter diesem Namen kennen würden und damit "Kindheitserinnerungen verbinden". Der Name sei nicht abwertend gemeint, so die Bäckerei.
Für ältere Generationen sei der Begriff nämlich gar kein Schimpfwort. Sie würden weiterhin den heute als beleidigend eingestuften Begriff benutzen. Von Ihnen würden viele die Bezeichnung weiterhin verwenden. "Dann zu behaupten, wir führen das Produkt nicht, würde keinen Sinn ergeben," so die Bäckerei. „Natürlich kann man sagen, dass sich das nicht gehört. Viele Kunden betonen aber auch, dass sie nichts gegen Menschen mit schwarzer Hautfarbe haben“, äußert sich Zehrer weiter zu der Thematik.
Das Problem würde ohnehin mit der Zeit verschwinden, da jüngere Generationen den Begriff nicht mehr verwendeten.
In den vergangenen Jahren kam es häufiger zu gesellschaftlichen Diskussionen über Produktnamen, die veraltet erscheinen. So hat sich heute anstelle der beleidigenden Begriffe Bezeichungen wie "Schokokuss" durchgesetzt. Auch die "Zigeunersauce" wurde vielfach in "Paprikasauce ungarischer Art" umbenannt.