Nach 15 Jahren ohne Jahresabschlüsse bei Freisings Landkreis-Finanzen zeigen sich „Lichtblicke“

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Freising

Kommentare

Der Gemeinderat Fahrenzhausen verabschiedete den Haushalt 2026 mit großer Mehrheit © IMAGO

Seit 2010 fehlen dem Landkreis Freising die Jahresabschlüsse. Nun gibt es Aussicht auf eine Lösung der finanziellen Blackbox.

Das Thema brodelt schon lange vor sich hin, und so richtig hochgekocht ist es, als vor gut einem Jahr im Zuge der Haushaltsberatungen für 2025 eine drastische Erhöhung der Kreisumlage im Raum stand: die fehlende Eröffnungsbilanz 2010 und die fehlenden Jahresabschlüsse seit 15 Jahren. Es regte sich Widerstand, vor allem von Seiten der Bürgermeister, die gerne gewusst hätten, über wieviel Geld oder wieviel Schulden der Landkreis Freising verfügt. Nun war es ja nicht so, dass man sich dieses Themas zuvor nicht angenommen hätte, aber beide Entwürfe einer Eröffnungsbilanz – intern schon als EB 1.0 und EB 2.0 bezeichnet – waren beim Kommunalen Bayerischen Prüfungsverband (KBPV) durchgefallen. Note: Nicht ausreichend.

Wir haben keinen Stein auf dem anderen gelassen.

Für EB 3.0 hat man sich nun vor fünf Jahren mit Grant Thornton einen international renommierten Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ins Boot geholt. Jetzt gab es im Kreisausschuss des Freisinger Kreistags einen Zwischenbericht, der Hoffnung macht. Dass es sich um eine „Herkulesarbeit“ handele, wie Landrat Helmut Petz sagte, machten die Ausführungen von Grant-Thornton-Teamleiter Marc Zehner deutlich. Beispiel: Grund und Boden. Da stand am Anfang die systematische Identifizierung und Digitalisierung aller relevanten Flurstücke aus verschiedenen Quellen (GIS, Grundbücher, Kaufverträge, Infoma) zur Erstellung eines Mengengerüsts für den Bewertungsstichtag 1. Januar 2010. Es folgte die Auswertung der Unterlagen und Übertragung der Ergebnisse in eine Datenbank, gefolgt von einer Bewertung der Flurstücke nach Anschaffungs- und Herstellungskosten inklusive der Nebenkosten und die Zusammenführung in einer zentralen Datenbank zur Dokumentation des Vorgehens. Dasselbe Prozedere bei allen Gebäuden unter Berücksichtigung sämtlicher Kaufverträge, der Sanierungen, Erweiterungen und Umbauten – alles rückwärts zu berechnen. Infrastruktur, Forderungen und Rückstellungen, all das musste unter die Lupe genommen werden.

„Wir haben keinen Stein auf dem anderen gelassen“, sagte Marc Zehner. So sei man auf eine Bilanzsumme von 150,3 Millionen Euro gekommen. Die unterscheide sich zwar nur um rund zwei Millionen Euro von dem Ergebnis von EB 2.0, aber die für die weiteren Jahresabschlüsse so zentrale Strukturierung und Zuordnung sei teilweise ganz anders. Beispielsweise kommt EB 2.0 beim Basiskapital auf 16,7 Millionen Euro, EB 3.0 auf 38,1 Millionen Euro. Weil man sich in enger Absprache mit dem BKPV befinde, der auch schon dabei sei, Teile der Eröffnungsbilanz zu prüfen, geht Zehner davon aus, dass EB 3.0 im Februar abgeschlossen sei. Und auch der erste Jahresabschluss 2010 sei schon weit gediehen. Da geht man derzeit von einem Jahresüberschuss in Höhe von 7,8 Millionen Euro aus, die Prüfung durch den BKPV stehe noch aus.

„Wir können es halt nicht beweisen“

2026 hoffe man, die Jahresabschlüsse 2011 bis 2013 zu schaffen. Dazu merkte Petz an, man habe Grund zur Annahme, dass es in den folgenden Jahren mit Überschüssen weitergegangen sei, „aber wir können es halt nicht beweisen“.

Johann Stegmair (CSU) sah in dem Bericht einen „Lichtblick“. Bis man alle Abschlüsse habe, „müssen wir uns als Kreisräte zurechthanteln“. Aber man habe nach dieser „Knochenarbeit“ jetzt eine gute Basis für die folgenden Jahresabschlüsse, betonte Andreas Huber, der als externer Wirtschaftsprüfer die Mammutaufgabe begleitet. Bis man Grant Thornton eingeschaltet habe, seien es eben „ungute Zustände“ gewesen, blickte Helmut Petz zurück.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/freising/freising-ort28692/nach-15-jahren-ohne-bilanz-landkreis-hofft-auf-durchbruch-94083315.html