Das Konzept „Altstadt für alle“ ist beschlossen. Die CSU bemängelt, dass noch viele Fragen offen seien. Allerdings gab es umfangreiche Bürgerbeteiligung.
München – Die Flächen in der Altstadt werden neue aufgeteilt. Der Stadtrat hat am Mittwoch (10. Dezember) dem Konzept „Altstadt für alle“ zugestimmt. Idee ist es, Fußgängern mehr Platz zur Verfügung zu stellen. Die Mobilität soll optimiert, die verschiedenen Verkehrsarten besser aufeinander abgestimmt werden. Begonnen werden soll im Graggenauer Viertel und im östlichen Angerviertel. Die Verwaltung wird nun in die Feinplanung einsteigen.
Konzept „Altstadt für alle“ in München: CSU kritisiert, dass viele Fragen nicht geklärt seien
Die CSU stimmte gegen das Konzept, die Beschlussvorlage gebe keinen Aufschluss darüber, wie die tatsächliche Erreichbarkeit der Innenstadt auch mit dem Auto für alle, die darauf angewiesen sind, erhalten bleiben soll. „Dass Grüne und SPD den Grundsatzbeschluss gegen alle Bedenken unbedingt noch vor der Kommunalwahl durchbringen wollten, zeigt, dass die Nervosität groß ist“, schimpft CSU-Vize Veronika Mirlach. „Fachlich sinnvoll ist das nicht, denn viele Fragen sind ungeklärt.“
Ein Konzept „Altstadt für alle“ zu nennen, um dann nur Parkplätze zu streichen – das sei zu wenig, sagt FDP-Chef Jörg Hoffmann. „Wir vermissen nicht nur ein Konzept, die Innenstadt lebendig zu halten, vielmehr fehlt auch eine Aussage, wie wir die so beliebte Einzelhandels-, Gastro-, Hotel- und Dienstleister-Struktur in der Innenstadt zukunftsfest machen können.“
Konzept „Altstadt für alle“ in München: Grüne und SPD betonen, dass ein guter Kompromiss gefunden wurde
Es sei im Gegenteil einer der bedeutendsten Beschlüsse dieser Wahlperiode, sagt Bürgermeister Dominik Krause (Grüne). „Münchens Altstadt wird attraktiver und moderner, gleichzeitig bewahren wir ihren unverwechselbaren Charakter.“ Er unterstrich zudem, dass das Konzept in einem langjährigen Prozess mit sehr viel Bürgerbeteiligung entstanden sei. „Das hat sich gelohnt, wir haben einen guten Kompromiss gefunden, der den Wünschen und Bedürfnissen aller Beteiligten Rechnung trägt.“
Man habe sich sehr bemüht, alle Belange so aufzugreifen, dass dieser Beschluss von einer breiten Mehrheit getragen werden kann, sagt SPD-Chef Anne Hübner. „Im Detail sind noch viele Fragen zu klären, aber dieser Beschluss ist ein wichtiger Auftakt. Wir halten an der Zielsetzung einer verkehrsberuhigten Altstadt mit Aufenthaltsqualität, grünen Oasen, attraktiven Geschäften, Arztpraxen, Handwerk und Wirtschaft fest.“